Parkinson-Krankheit

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Parkinson
  • P.-Krankheit

  • Synonyme: Paralysis agitans

  • Englischer Begriff: paralysis agitans; shaking palsy; Parkinson's disease

(1817) Degeneration der Substantia nigra (v.a. melaninhalt. Zellen) mit Verminderung der Transmittersubstanz Dopamin; i.e.S. die erblichen Formen, i.w.S. auch das Parkinson-Syndrom unterschiedl. Ätiologie. Klinik: ab mittl. Lebensalter langsam fortschreitende Hypo- u. Akinese („Pallidumsyndrom“), fehlende Mitbewegungen, kleinschritt. Gang, Beugehaltung von Rumpf u. Gliedern, Pro-, Retro- u. Lateropulsion, charakteristischer Tremor (rhythm. [4–7/Sek.], fein- bis mittelschlägiger Ruhe- u. Haltungstremor, bei emotionaler Erregung verstärkt, bei Willkürbewegung gebessert, im Schlaf schwindend; v.a. an Extremitäten, evtl. als „Pillendrehen“, selten an Zunge, Lippen, Kaumuskeln). Hypertonie i.S. des Rigor, Mimikarmut („Maskengesicht“), monotone Sprache, Mikrographie. Evtl. vegetative (Hyperhidrosis, Salbengesicht, Speichelfluss etc.) u. psychische Veränderungen (depressive Grundstimmung, Apathie, selten Euphorie, labile oder starre Affektivität, erschwerte Spontaneität u. Entschlusskraft, verlangsamtes Denken, verarmte Assoziationsfähigkeit). Vork. auch nur halbseitig („Hemi-Parkinson“) oder ohne Tremor („Paralysis agitans sine agitatione“). Diagn.: Ausschluss anderer Ursachen (z.B. Tumor, Multisystematrophie) durch CT u. MRT; Diagnosesicherung anhand der klinischen Symptomatik (s.o.). Ther.: Anticholinergika, Levodopa zum Ausgleich des Dopaminmangels, Dopaminagonisten (wirken wie Levodopa), Elektrostimulation des Globus pallidum internus u. des Nucleus subthalamicus durch Tiefenelektroden; die Implantation embryonaler Nervenzellen in das Gehirn der Erkrankten ist ein anderer Therapieansatz.

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