Psychosyndrom

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  • Psycho|syndrom

  • Englischer Begriff: organic brain syndrome

Bez. für Muster psychischer Störungen nicht näher bestimmter Art. – P., endokrines: P. als Folge endokriner Störungen mit leichteren psychischen Wesensveränderungen; typisch sind Steigerung oder Verminderung der Einzeltriebe (Hunger, Schlaf, Durst etc.) u. der Stimmungslage; eine Minderung der intellektuellen u. mnestischen Fähigkeiten ist möglich bei Entwicklung einer chronischen Endokrinopathie. Ätiol.: Hypo- u. Hyperthyreoidismus, Hypo- u. Hyperparathyreoidismus, Panhypopituitarismus, Akromegalie; symptomatologisch lässt sich das P. nicht vom hirnlokalen P. abtrennen. – P., hirnlokales: P. bei umschriebenen Hirnläsionen, unabhängig von ihrer Entstehung mit Störungen wie beim endokrinen Psychosyndrom. Typisch ist bei älteren Patienten eine Verminderung, bei jungen eine oft ausgesprochene Steigerung des Antriebs meist ohne Intelligenzminderung, bei doppelseitigen Läsionen (Limbus) jedoch schwere mnestische Symptomatik möglich. – P., (hirn)organisches: P. bei diffusen Hirnschädigungen; mehrere Bezeichnungen werden gebraucht: psychoorganisches Syndrom (Bleuler) als Krankheitsbild in der Folge anderer körperlicher Erkrankungen in Form des akuten exogenen Reaktionstyps, des mnestischen Psychosyndroms v.a. mit Merkfähigkeitsstörungen, des Korsakow-Syndroms mit mnestisch-konfabulatorischer Komponente. Alle Formen des P. gehen mit einer Hirnleistungsschwäche (z.B. Merk- u. Kombinationsfähigkeit) u. Persönlichkeitsveränderungen (Affektlabilität) einher. Ursachen des P.: diffuse Hirnschädigungen bei Gefäßprozessen, Hirnverletzungen, Enzephalitiden, Vergiftungen einschließlich des chronischen Alkoholismus u. chronische Stoffwechselschäden.

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