Rachitis

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  • Rachitis

  • Synonyme: Englische Krankheit

  • Englischer Begriff: rickets

Abbildung

auf Störungen des Vitamin-D-Stoffwechsels beruhende Erkrankung mit gestörter Mineralisierung u. Desorganisation der Wachstumsfugen u. dadurch geprägten Skelettveränderungen. Ätiol.: Unterschieden werden 1) die Vitamin-D-Mangel-R., meist verursacht durch Malassimilationssyndrom bzw. durch Malabsorption fettlöslicher Vitamine, z.B. bei Zöliakie, Mukoviszidose oder Gallengangsatresie, selten durch mangelnde Zufuhr oder fehlende UV-Bestrahlung; 2) die seltenere Vitamin-D-resistente R. bei renalen tubulären Funktionsstörungen (z.B. Phosphatdiabetes, renale tubuläre Azidose etc.); 3) die auf gestörtem Vitamin-D-Stoffwechsel beruhenden Formen (z.B. bei Leber-, Nierenerkrankung; als Pseudo-Vitamin-D-Mangel-R.; s.a. Hypophosphatasie). Klinik: Unruhe, Schwitzen, Muskelhypotonie, Haarausfall (v.a. am Hinterkopf), Obstipation, Wachstumsstörungen sowie typische Skelettveränderungen (z.B. Kraniotabes, Epiphysenauftreibung v.a. am Handgelenk, rachitischer Rosenkranz, Verbiegung langer Röhrenknochen etc.; s.a. Abb.). Diagn.: Röntgen (Looser-Umbauzonen), Knochen- u. Wirbeldeformierungen; Knochenbiopsie mit Histologie; Laborbefunde: bei Vitamin-D-abhängiger Mineralisationsstörung Hypokalzämie u. Erhöhung der alkalischen Phosphatase; bei Malabsorptionssyndrom Hypophosphatämie u. Verminderung von 25(OH)D3 u. bei Niereninsuffizienz Hypophosphatämie u. Verminderung von 1,25(OH)2D3. Ther.: bei Vitamin-D-Mangelrachitis oral Vitamin D3; bei Stoffwechselstörungen Behandlung der Grundkrankheit u. Substitution stoffwechselaktiver Vitamin-D-Metaboliten. Prophyl.: kontrollierte Vitamin-D3-Gaben (s.a. Rachitisprophylaxe). Kompl.: hypokalzämische (rachitogene) Tetanie.

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