Syphilis

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  • Synonyme: Lues (venerea)

  • Englischer Begriff: syphilis

Abbildung

chronische Infektionskrankheit durch Treponema pallidum, übertragen fast stets unmittelbar beim Geschlechtskontakt, aber auch mittelbar bei Bluttransfusion, Verletzung etc. sowie – als angeborene S. – über die Plazenta (= diaplazentar). Einteilung u. Klinik: Bei der erworbenen S. werden klinisch 4 Stadien unterschieden: S. I: Primärstadium, das sich bei exogener Infektion nach der Inkubationszeit von 3 Wo. manifestiert (Abb.). Am Infektionsort tritt als Primäraffekt eine Erosion (oder ein kleines Knötchen) auf, scharf gegen die Umgebung abgesetzt u. fibrinös oder krustig belegt, in der 4. Wo. geschwürig u. verhärtend (= harter Schanker = Ulcus durum), schmerzlos, evtl. mit umgebendem lymphangitischem Weichteilödem, hochinfektiös. Nachfolgend (3.–5. Wo.), über Lymphangitis, Entzündung der regionären Lymphknoten (syphilitische Lymphadenitis): schmerzloser Bubo; später – auf dem Blutweg u. über den Ductus thoracicus – mehr oder minder allgemeine Lymphknotenschwellung (Polyscleradenitis universalis). In der 7.–8. Wo. das Eruptionsstadium, d.h. allgemeines Krankheitsgefühl, Neuralgien, Muskel- sowie Gelenk- u. Knochenschmerzen (v.a. nachts, als Dolores osteocopi nocturni). S. II: Sekundärstadium (zusammen mit S. I als Früh-S. bezeichnet), das gekennzeichnet ist durch – hyperergisch bedingte – Syphilide (s.a. Roseola, Condyloma latum), evtl. auch durch Erkrankung verschiedener Organe (z.B. Keratitis, Iritis, Hepatitis, Vaskulitis, Myokardschädigung; evtl. Neurosyphilis). Nach Verschwinden dieses Erstlingsexanthems (etwa 4.–6. Wo.) u. eventueller Rezidivexantheme folgt ein klinisch stummes Stadium (S. latens), in welchem jedoch positive S.-Reaktionen v.a. im Liquor nachweisbar sind (als latente Früh-S. des ZNS mit negativen Seroreaktionen). Dieses ist nach 5–10–20 J. vom Tertiärstadium (S. III) gefolgt, in dem Syphilome, große Papeln u. Geschwüre an der Haut („ulzeröse Syphilide“) u. an Schleimhäuten (z.B. als Glossitis) sowie sog. Organ- oder Viszeral-S. auftreten, Letztere als gummöse u. interstitielle Entzündung, Perivaskulitis v.a. der parenchymatösen Organe (z.B. Leber), des Herz-Kreislauf-Systems (= kardiovaskuläre S., v.a. als Mesaortitis), des ZNS (Neurosyphilis) u. des Skeletts (Ostitis, Periostitis). Bis zu 30 J. nach Erstinfektion das quartäre Stadium (S. IV) mit Tabes dorsalis u. progressiver Paralyse sowie als Neurosyphilis; auch als Meta- u. Parasyphilis (wird zusammen mit Stadium III als Spätsyphilis bezeichnet). Diagn.: stützt sich auf den stadiengemäßen klin. Befund, mikroskopischen Erregernachweis (Dunkelfeld) im Reizserum des Primäraffektes, serologische Syphilis-Reaktionen. Die (gesetzlich obligate) Behandlung erfolgt mit Penicillin, Tetracyclinen, Chloromycetin, Erythromycin.

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