Ultraschall-Diagnostik

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  • Ultraschall-Diagnostik

  • Synonyme: Sonographie

  • Englischer Begriff: ultrasonography; ultrasonic diagnostics; sonography; echography; echotomography

Abbildung

Diagnostik durch Anw. von Ultraschall (1–10 MHz) nach dem Echographie-Prinzip (s.a. Echoenzephalographie). Gebündelte oder fokussierte, im Generator des Schallkopfes erzeugte, über eine „Kontaktankoppelung“ (Wasservorlaufstrecke zur Ausschaltung einer toten Zone im Hautbereich) als kurze Impulse durch die Haut „eingestrahlte“ US-Wellen werden an Haut- u. Gewebs- bzw. Organschichtgrenzen reflektiert u. vom piezoelektrischen Empfänger als Echos im Schallkopf aufgenommen (funktioniert in Sendepausen als Empfänger), in Elektronenstrahlen umgesetzt u. – nach Verstärkung – auf einem Leuchtschirm (Oszillograph, Speicherröhre etc.) als Kurve oder Lichtpunkte sichtbar gemacht. Methoden: 1) A-Scan, -Scope, -Mode (A für Amplitude): eindimensionale Darstellung der Echos (stehendes Bild) als intensitätsproportionale sinusförmige Auslenkungen des Elektronenstrahls nach oben; die zeitliche Abfolge der Echos entspricht den Tiefen der reflektierenden Grenzzonen. Die Analyse erfolgt auf dem Schirm; Anw. bei topographisch unkomplizierten Fragestellungen. – 2) B-Scan (B für „brightness“): zweidimensionale, lichtmodulierte Darstellung der Echos in Form energie- u. intensitätsproportionaler, helligkeitsvariabler Lichtpunkte (unter Löschung der 0-Linie) als Resultat einer in zwei Richtungen erfolgenden schichtweisen Abtastung durch zeilenförmige Richtungsänderung des Applikators; s.a. Sonographie. Die entsprechend der Echointensität in Grautönen wiedergegebenen Punkte fließen – soweit von gleichwert. Strukturen stammend – zu Flächen u. Linien zusammen u. geben bei apparativer Verschiebung in schneller Folge sofort ein sichtbares Bild (= schnelles B- oder Echtzeit-Verfahren = Real-Time-Technik; nach dem Abtastmodus bezeichnet als Parallel-Scan [= Bp], Konvergent- u. Divergent-Scan [= Bc bzw. Bd], Misch- oder Compound-Scan [Bcd, Bcp, Bpd]); Anwendung des B-Scans auch innerhalb von Gefäßen als intravaskuläre U. (IVUS), wobei der B-Scan auf einen Katheter montiert u. mit diesem in das Gefäß eingeführt wird (z.B. bei Stent-Applikation; s.a. Stent). – 3) Time-Motion-Betrieb („M-Mode“); s.a. Ultraschallechokardiographie. – 4) Ultraschall-Doppler-Methode: Strömungsgeschwindigkeitsmessung in Gefäßen u. im Herzen anhand der von den Erythrozyten mit Doppler-Effekt reflektierten Echos (die eine in Abhängigkeit von der Strömungsgeschwindigkeit höhere oder niedrigere Frequenz als die ausgesandten Signale haben). Die Frequenzunterschiede werden elektronisch hörbar gemacht oder in ables- u. registrierbare Kurven umgesetzt. Durch Kombination von Ultraschall-Doppler u. Echoimpulsverfahren (B-Bild) Duplex-Sonographie mit gleichzeitiger Abbildung des interessierenden Blutgefäßes bzw. des Herzens u. Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit; bei flächenhafter Ableitung u. Farbkodierung der Geschwindigkeitssignale im Mehrkanalverfahren (multigate) auch als Farb-Doppler (engl.: Doppler sonography). a) direktionaler US-Doppler: Analyse mit Unterscheidung zwischen Flussrichtung auf die Sonde zu bzw. von ihr weg (positiver bzw. negativer Doppler-Shift); b) gepulster US-Doppler: gezielte Analyse in einer definierten Entfernung von Sende- u. Empfängerkristall durch diskontinuierliche, repetitive Aussendung kurzer Ultraschallimpulse u. isolierte Auswertung der Echos nach einem festgelegten Zeitintervall („Zeitfenster“, „gate“). Die frei wählbare Lage des Analyseortes wird durch das einstellbare Zeitfenster festgelegt, letztlich also durch die Laufzeit des Ultraschalles vom Sendekristall zur reflektierenden Grenzfläche u. zurück zum Empfängerkristall.

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