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Verschlusskrankheit, arterielle

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  • Verschluss|krankheit, arterielle

  • Synonyme: AVK (Abk.)

  • Englischer Begriff: occlusive arterial disease

Abbildung   Tabelle

(M. Ratschow 1958) Sammelbegriff für die zur Durchblutungsstörung (dort Tab.) und damit zum Missverhältnis zwischen Blutzufuhr u. Sauerstoffbedarf führenden Gefäßveränderungen, die oft mit erhöhter Thromboseneigung u. hämorrheologischen Veränderungen einhergehen. Wird im klin. Sprachgebrauch manchmal gleichgesetzt mit der peripheren AVK (PAVK), insbesondere die der unteren Extremitäten; umfasst allerdings auch Krankheiten, bei denen viszerale, zerebrale oder koronare Arterien betroffen sind (z.B. KHK, zerebrovaskuläre Insuffizienz, Mesenterialarterienverschluss, Nierenarterienstenose). Ätiol.: Arteriosklerose (> 80%); außerdem diabetische Angiopathie, Endangiitis obliterans, Arteriitis, Embolie. Betroffen sind überwiegend männl. Raucher; Häufigkeit steigt mit dem Alter. Einteilung: erfolgt v.a. nach Lokalisation u. Anzahl der betroffenen Gefäße (Ein- u. Mehr-Etagen-Erkrankungen; s. Tab.). Bei der (häufigsten) PAVK der unteren Extremitäten werden grob Beckentyp (aortoiliakal), Oberschenkeltyp (femeropopliteal) und peripherer Typ (Unterschenkel-, Fußarterien) unterschieden. Eine weitere Klassifikation der PAVK orientiert sich an der Klinik und erfolgt nach dem Schweregrad (Fontaine-Ratschow-Einteilung). Klinik: Typisch sind Veränderungen von Pulsqualität, Hauttemperatur u. -farbe, Störungen der Trophik u. Sensibilität, Schmerzen (s.a. Claudicatio intermittens). Die Ausprägung hängt v.a. von Stenosegrad, Kollateralkreislauf u. Blutviskosität ab. Diagn.: Inspektion, Pulsstatus u. Auskultation (s. Abb.); Lagerungsprobe n. Ratschow, Gehversuch, Faustschlussprobe, Ultraschall-Doppler-Methode; Ergometrie, Oszillo-, Plethysmo- u. Angiographie (digitale Subtraktionsangiographie), Hautclearance u. anderen. Ther.: kausal (Risikofaktoren beseitigen, Grundkrankheit behandeln); symptomat. je nach Stadium: Gehtraining zur Förderung der Kollateralenbildung in St. II; medikamentös in St. II–IV (Thrombozytenaggregationshemmer, Thrombolyse, Vasodilatatoren, Rheologica); Revaskularisationsmaßnahmen in St. II–IV (Katheterverfahren wie PTA, Angioplastie; operat. Methoden wie Thrombendarteriektomie, Bypass-Op., Sympathektomie); Infektbehandl. u. ggf. Amputation in St. IV. Progn.: abhängig von Schweregrad, Risikofaktoren, Begleiterkrankungen; meist chron.-progredient.

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