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Grapefruitsaft lässt Tabletten stärker wirken

Ob Tabletten gut und richtig wirken, hat nicht immer nur mit der regelmäßigen Einnahme (morgens, mittags, abends) zu tun. Da sie oft und der Einfachheit halber zu den Mahlzeiten genommen werden, ist es auch wichtig, ob sie vor, zum oder nach dem Essen genommen werden beziehungsweise ob der Magen zur Einnahmezeit leer sein sollte. Und dessen nicht genug: Daneben kommt es auch noch darauf an, was wir essen und wieviel wir trinken beziehungsweise was wir nicht essen und nicht trinken sollten.

Tabletten immer mit Wasser einnehmen

Tabletten, Dragees oder Kapseln sollten stets mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden. Alkohol ist kein geeignetes Getränk bei der Arzneimitteleinnahme, denn viele Wirkstoffe aus dem Bereich der Psychopharmaka, der Schlaf- und Beruhigungsmittel wirken unkontrolliert stärker, wenn sie zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln

Die Einnahme der Antibiotika Tetracycline und Gyrasehemmer zusammen mit Milch oder mit anderen Nahrungs- oder Arzneimitteln, die Kalzium, Magnesium oder Eisen enthalten, verringern die Aufnahme dieser Medikamente. Eisentabletten dürfen nur mit Wasser geschluckt werden. Andere Getränke wie schwarzer Tee, Kaffee, Milch und Fruchtsäfte behindern die Aufnahme des Eisens.

Grapefruit-Saft führt nach der Einnahme von Kalziumantagonisten, die gegen hohen Blutdruck eingenommen werden, zu höheren Konzentrationen des Arzneimittels im Blut – es wirkt dann auch stärker.

Nahrungsmittel als Beschleuniger

Bei anderen Mitteln wird die Aufnahme verbessert, wenn sie zusammen mit bestimmten Nahrungsmitteln eingenommen werden: So werden die Mittel Spironolacton oder Phenytoin zusammen mit vor allem fettreicher Kost schneller und vollständiger aufgenommen.

Bei Beta-Rezeptorenblockern wie Propranolol ist es genau andersherum – es wird weniger aufgenommen. Ganz bestimmte Mittel zur Behandlung von Depressionen (so genannte MAO-Hemmer) können zusammen mit Käse oder anderen Nahrungsmitteln, die Tyramin enthalten, zu einem extremen Blutdruckabfall führen.

Richtiger Zeitpunkt der Tabletteneinnahme

Fragen Sie Ihren Arzt auch immer, zu welchem Zeitpunkt Sie das Arzneimittel einnehmen sollen: zum Beispiel vor, zum oder nach dem Essen. Bei einer Reihe von Arzneimitteln ist die Einnahmezeit nämlich wichtig: So werden die Anti-Tuberkulosemittel Rifampicin und Isoniazid nach dem Essen verzögert und nur in geringem Umfang aufgenommen. Das gleiche gilt für den Beta-Blocker Celiprolol. Diese Medikamente sollten daher immer auf leeren Magen eingenommen werden.

Es kommt also bei Arzneimitteln auf die richtige Zeit und die richtige Art der Einnahme an. Fragen Sie dringend in der Arztpraxis oder in der Apotheke nach, damit es nicht schon wegen der falschen Einnahme zu Nebenwirkungen kommt.

Aktualisiert: 21.07.2017 – Autor: medizindirekt

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