Polenta als Kohlenhydrate-Lieferant

Polenta im Kochtopf © istockphoto, from_my_point_of_view

Heiß, gelb und dampfend – so landet Polenta bei traditioneller Zubereitung auf dem Tisch und ist daher besonders im Herbst und im Winter ein beliebter Sattmacher. Warm wird einem jedoch bereits bei der Zubereitung, denn das Kochen von Polenta ist wahre Knochenarbeit. Doch der Aufwand beim Kochen lohnt sich, denn Polenta ist eine leckere Beilage, die neben Kohlenhydraten auch wichtige Mineralstoffe enthält.

Ist Polenta gesund?

Da Polenta in der Regel nur aus Maismehl und Wasser besteht, ist sie nicht besonders nährstoffreich. Ähnlich wie Nudeln oder Reis liefert sie in erster Linie Kohlenhydrate und macht schnell satt. Der Brei beinhaltet allerdings auch:

  • Eiweiß
  • Kalium
  • Magnesium
  • Kieselsäure

Das macht den Maisgrießbrei zu einer gesunden Beilage. In 100 Gramm gekochter Polenta stecken etwa 139 Kalorien, das sind 40 Kalorien weniger als in gekochten Nudeln. Außerdem werden Nudeln oft mit fettigen Sahne-Soßen serviert – Polenta hingegen dient eher als Beilage zu gebratenem Gemüse, Pilzgerichten oder Fleisch.

Wird der Brei ohne Beilage gegessen, ist er zwar ein schmackhafter Sattmacher – auf Dauer ist dies aber nicht gesund. Polenta war in ärmeren Familien Norditaliens früher oft das einzige Nahrungsmittel – den ganzen Winter hindurch. Dies führte häufig zu Mangelerscheinungen und Skorbut, da der Brei zwar Kohlenhydrate, jedoch kaum Vitamine und Mineralstoffe liefert.

Was ist Polenta?

Polenta besteht in der Regel aus Maisgrieß, der mit Wasser oder Milch zu einem Brei gekocht wird. Je nach Belieben wird die Masse dann in Scheiben geschnitten und direkt gegessen, mit Beilagen und Soßen verfeinert oder angebraten. Im Altertum wurde Polenta von den Römern und Griechen auch aus Hirse, Dinkel, Kichererbsenmehl oder Weizen zubereitet.

Seit der Entdeckung Amerikas hat sich jedoch Maisgrieß als Grundlage von Polenta durchgesetzt. Von Spanien bis Südrussland galt dieser Maisgrießbrei seitdem als Arme-Leute-Essen, das im Winter fast täglich die Mägen füllte. Besonders in Norditalien erfreut sich der Brei großer Beliebtheit und wurde in jeder Region anders zubereitet. Erst in den letzten Jahren eroberte Polenta auch die deutschen Küchen und wird mittlerweile sogar in Sterne-Restaurants als Beilage serviert.

5 Fakten über Polenta (Infografik)

5 Fakten über Polenta – © istockphoto, from_my_point_of_view

Zubereitung: Polenta-Grundrezept

Polenta zählt zwar nicht gerade zu den schlankesten Mahlzeiten, die Zubereitung erfordert jedoch einiges an Anstrengung, wodurch die aufgenommenen Kalorien schon im Vorfeld zum Teil wieder verbrannt werden. Im traditionellen Polenta-Grundrezept wird der Maisgrieß nach und nach in bereits kochendes Salzwasser eingerührt. Dabei muss ohne Unterlass für mindestens eine Stunde im Uhrzeigersinn gerührt werden, denn der Brei brennt schnell an. Für Fast-Food-Freunde ist dieser Maisgrießbrei also nichts.

Besser geeignet ist die italienische Spezialität hingegen für Familien oder Freunde, die gerne gemeinsam kochen und sich beim Rühren abwechseln können. So ist der Rührende zwar immer an den Herd gebunden, hat in der Zeit jedoch zumindest nette Unterhaltung und Unterstützung beim Zubereiten der Beilagen. Wenn der Brei fest wird und sich von der Topfwand löst, ist die Polenta fertig.

Traditionell wird sie nun auf ein angefeuchtetes Holzbrett als etwa 1,5 Zentimeter dicke Schicht glattgestrichen und mit einer Schnur in dreieckige Scheiben, sogenannte Polentaschnitten, zerteilt. Alternativ eignen sich dazu jedoch auch ein Backblech und ein Messer. Die Polentaschnitten können nun direkt heiß mit etwas zerlassener Butter, Kräutern, Käse, Speck oder Gemüse gegessen werden. Andernfalls kann man die Polentaschnitten auch erkalten lassen und in Milch tunken, als Snack essen, in Olivenöl anbraten oder grillen.

Polenta – alternative Rezepte

Wer sich den "Rührarm" beim Polenta-Kochen sparen will, kann mittlerweile auch auf vorgegarten Polentagrieß in der Fertigpackung zurückgreifen – damit ist der Brei in wenigen Minuten fertig.

Wer sich nichts aus den einfachen Polentaschnitten macht, kann den Maisgrieß auch mit Milch aufkochen, mit Zucker oder Honig süßen und wie normalen Grießbrei zusammen mit Pfirsichen oder Aprikosen als Süßspeise genießen. Auch Polenta-Pizza erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Sterneköche servieren Polenta gelegentlich auch zu feinen Fleischgerichten, mit geriebenen Trüffeln oder als Salatcroutons.

Aktualisiert: 05.06.2018 – Autor: Kristina Klement

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