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Medikamente in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

schwangere Frau nimmt Medikamente © iStock.com/Antonio_Diaz

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft ist noch immer ein kritisches Thema, das viele werdende Mütter verunsichert. Denn die meisten Wirkstoffe können aus dem mütterlichen Blutkreislauf über die Nabelschnur auf das ungeborene Kind übertragen werden. Während manche Medikamente heute als sicher eingestuft werden, sollte man auf andere lieber verzichten. Doch wie kann man bei der großen Vielfalt an Präparaten den Überblick behalten? Wir stellen Ihnen vor, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind und bei welchen Vorsicht geboten ist.

Wann sind Medikamente in der Schwangerschaft notwendig?

Um unangenehme Begleiterkrankungen der Schwangerschaft, wie etwa Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen, zu lindern, sollten Medikamente nicht leichtfertig eingenommen werden. In einigen Fällen kann eine Linderung der Beschwerden deshalb auch ohne medikamentöse Unterstützung erfolgen. In anderen Situationen, wie beispielsweise bei einer Blasenentzündung oder Bluthochdruck, ist die Einnahme von Medikamenten jedoch meist unumgänglich, um die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind nicht zu gefährden.

Welche Medikamente kann man in der Schwangerschaft nehmen?

Grundsätzlich sollten Medikamente in der Schwangerschaft nicht nach eigenem Ermessen, sondern nur in Rücksprache mit dem behandelnden Frauenarzt eingenommen werden. Besonders kritisch sind dabei nicht etwa die ersten vier Wochen oder das Ende der Schwangerschaft, sondern die sechste bis zwölfte Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit entwickeln sich nämlich die Organe des Kindes.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige häufige Erkrankungen vor und erläutern, wie Sie damit in der Schwangerschaft umgehen sollten.

Allergien: Welche Medikamente sind erlaubt?

Auch in der Schwangerschaft können Pollen-, Hausstaub- oder Tierhaarallergien starke Beschwerden verursachen und einen hohen Leidensdruck erzeugen.

Als erste Behandlungsmaßnahme sollten die auslösenden Substanzen (Allergene) ermittelt und gemieden werden. Dies ist jedoch nicht immer möglich, weshalb eine Einnahme von Antiallergika auch in der Schwangerschaft sinnvoll sein kann. Angewendet werden können folgende Wirkstoffe:

  • Cromoglicinsäure (als Creme)
  • Glukokortikoide (als Spray oder Creme)
  • Antihistaminika wie Loratadin, Cetirizin und Clemastin (in Tablettenform, als Creme oder Spray)

Auch abschwellende Nasentropfen können, besonders im Rahmen einer Pollenallergie, wie gewöhnlich eingesetzt werden. Eine Anwendungsdauer von einer Woche sollte jedoch nicht überschritten werden. Wirkstoffe können sein:

  • Oxymetazolin
  • Xylometazolin

Eine bereits vor der Schwangerschaft begonnene Hyposensibilisierungstherapie kann auch während der Schwangerschaft problemlos fortgesetzt werden.

Schwanger und Asthma bronchiale: Was tun?

Um eine optimale Sauerstoffversorgung von Mutter und ungeborenem Kind zu gewährleisten, muss ein bestehendes Asthma bronchiale auch in der Schwangerschaft gut kontrolliert und behandelt werden. Dies ist in vielen Fällen nur durch den Einsatz einer medikamentösen Therapie zu gewährleisten.

Zur Behandlung von Asthma sind in der Schwangerschaft folgende Wirkstoffe zugelassen:

  • Beta2-Sympathomimetika wie Fermoterol und Salbutamol (als Spray)
  • Inhalative Glukokortikoide (als Spray)

Bei einer nicht ausreichenden Kontrolle der Symptome durch die Anwendung von Asthma-Sprays stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise kann die Einnahme von Glukokortikoiden, insbesondere des gut erprobten Wirkstoffs Prednisolon, Linderung der Atembeschwerden verschaffen.

Suchen Sie Ihren behandelnden Lungenfacharzt auf, sollten die verordneten Medikamente gegen das Asthma nicht oder nicht mehr ausreichend sein, sodass eine Anpassung der Therapie frühzeitig erfolgen kann.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Behandlung trotz Schwangerschaft?

Ein erhöhter Blutdruck gehört zu den Erkrankungen, die in den allermeisten Fällen medikamentös behandelt werden müssen. Dabei ist es egal, ob der Bluthochdruck bereits vor der Schwangerschaft bestand oder erst während dieser auftrat.

Große Unterschiede bestehen jedoch in der Therapie der arteriellen Hypertonie von schwangeren und nichtschwangeren Frauen: Während der Blutdruck außerhalb der Schwangerschaft langfristig gesenkt werden soll, um Folgeerkrankungen für das Herzkreislaufsystem wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu vermeiden, gilt es in der Schwangerschaft, das mütterliche Wohlbefinden zu sichern und Komplikationen wie vorzeitige Plazentalösung, Frühgeburtlichkeit oder eine Schwangerschaftsvergiftung zu verhindern.

In der Schwangerschaft wird daher ein Blutdruck von 140/90 mmHg angestrebt. Es sind jedoch nur einige wenige Medikamente zur Behandlung der Schwangerschaftshypertonie zugelassen. Die gängigsten Wirkstoffe sind:

Die vielfach außerhalb der Schwangerschaft verwendeten Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer (beispielsweise Enalapril, Ramipril, Captopril) und Angiotensin-Rezeptorblocker (beispielsweise Candesartan, Valsartan, Losartan, Olmesartan) sind im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel aufgrund möglicher Schädigungen am ungeborenen Kind nicht zugelassen und sollten in Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt umgestellt werden.

Depression: Welche Antidepressiva sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Depressionen sind eine weitverbreitete Erkrankung, die häufig nur medikamentös behandelbar ist. Es gibt immer wieder Frauen mit Depressionen, die aus Angst vor Fehlbildungen ihre Therapie mit Antidepressiva nach Feststellung der Schwangerschaft ohne ärztliche Begleitung abbrechen oder sich von vornherein gegen Kinder entscheiden. Diese Maßnahmen sind jedoch nicht notwendig.

Wer unter Depressionen leidet und einen Kinderwunsch hegt, sollte die Schwangerschaft rechtzeitig planen und mit dem behandelnden Psychiater sprechen. Für den Fall, dass eine Therapie mit Antidepressiva dauerhaft notwendig sein sollte, muss diese vor Eintritt in der Schwangerschaft auf ein Medikament angepasst werden, mit dem die meisten positiven Erfahrungen in der Schwangerschaft gemacht worden sind.

Besonders zwei Wirkstoffe der aus der Gruppe der SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) gelten auch in der Schwangerschaft als gut erprobt:

Auch möglich ist die Einnahme von Amitriptylin und Nortryptilin. Diese Medikamente gehören zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Sie sind weniger gut untersucht, es gibt jedoch auch hier keine ernsthaften Hinweise auf Fehlbildungen bei Einnahme in der Schwangerschaft.

Wenn Sie unter Depressionen leiden und dauerhaft von einer antidepressiven Medikation abhängig sind, wenden Sie sich am besten bei bestehendem Kinderwunsch unverzüglich an Ihren Psychiater. Besprechen Sie geeignete Behandlungsmöglichkeiten und äußern Sie Ihre Sorgen und Wünsche bezüglich einer antidepressiven Therapie.

Diabetes mellitus: Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft

Diabetes muss selbstverständlich auch in der Schwangerschaft behandelt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob die Zuckerkrankheit neu aufgetreten ist (Schwangerschaftsdiabetes) oder bereits vor der Schwangerschaft bestand.

Die korrekte Einstellung des mütterlichen Blutzuckerspiegels ist deshalb so wichtig, weil ein unbehandelter Diabetes in der Schwangerschaft vermehrt zu Früh- und Fehlgeburten führen kann und mit einer höheren Rate an Fehlbildungen in Verbindung gebracht wird.

Die heute am besten erprobte Behandlung für Diabetikerinnen in der Schwangerschaft ist die Insulintherapie. Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das im gesunden Zustand von der Bauchspeicheldrüse produziert wird und den Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau hält. Beim Diabetes wird entweder zu wenig Insulin produziert oder es besteht eine Insulinresistenz. Daher muss das Hormon zugeführt werden. Da der Blutzuckerspiegel unter der Gabe von Insulin stark abfallen kann, müssen in regelmäßigen Abständen Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.

In Deutschland gelten Schwangerschaften von Diabetikerinnen immer als Risikoschwangerschaften. Aus diesem Grund sollte die Entbindung in einer Geburtsklinik mit perinatalem Schwerpunkt erfolgen. Diese zeichnen sich durch eine vollumfänglich ausgestattete Neugeborenenstation aus, die auf jede denkbare kindliche Komplikation im Rahmen der Geburt vorbereitet ist.

Erkältung in der Schwangerschaft

Besonders in den Wintermonaten treten Erkältungen gehäuft auf. Diese sind in der Schwangerschaft sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind in aller Regel ungefährlich. Daher kann auf die Einnahme von Medikamenten weitestgehend verzichtet werden.

Um die Beschwerden einer Erkältung zu lindern, sollten eher Hausmittel eingesetzt werden:

  • Bei Schnupfen helfen meersalzhaltige Nasensprays. Auch Aufgüsse und Inhalation mit Kamille oder Salz können Linderung verschaffen.
  • Bei Husten und Heiserkeit empfiehlt es sich, ausreichend warme Getränke zu trinken. Dies lindert den Hustenreiz und fördert die Sekretbildung, sodass besser abgehustet werden kann. Kamillentee ist hierbei in der Regel unbedenklich, Salbeitee oder Pfefferminztee können in größeren Mengen jedoch zu Kontraktionen der Gebärmutter führen.
  • Falls Schmerzen und Fieber bestehen, können Wadenwickel helfen. Diese sollten jedoch erst angewendet werden, wenn das Fieber seine maximale Temperatur erreicht hat. Bei anhaltendem Fieber darf während der Schwangerschaft niedrigdosiertes Paracetamol eingenommen werden. Bei Temperaturen über 38,5 °C Körpertemperatur wenden Sie sich an Ihren behandelnden Frauenarzt, um weitere Behandlungsoptionen zu besprechen.

Bakterielle Infektionen in der Schwangerschaft behandeln

Bakterielle Infektionen, besonders in Form von Blasenentzündungen, sind leider keine Seltenheit in der Schwangerschaft. Da Infektionen der Harnwege aus der Harnröhre und der Blase aufsteigen und das ungeborene Kind gefährden können, müssen sie in der Regel medikamentös mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Nicht alle Antibiotika sind in der Schwangerschaft zugelassen. Es gibt jedoch eine Reihe an Wirkstoffen, die als unbedenklich gelten und zur Behandlung eines bakteriellen Infektes und insbesondere einer Blasenentzündung eingesetzt werden können. Dazu zählen:

  • Penicilline
  • Cephalosporine
  • Makrolide

Wird ein Antibiotikum durch den Gynäkologen verschrieben, achtet dieser auf die Auswahl des richtigen Mittels. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Ihren Hausarzt aber immer darüber informieren, da Blasenentzündungen bei nichtschwangeren Frauen durch Antibiotika behandelt werden, die in der Schwangerschaft nicht geeignet sind.

Um die medikamentöse Therapie der Blasenentzündung zu unterstützen, oder um einer Blasenentzündung vorzubeugen, können verschiedene Hilfsmittel wirksam sein:

  • ausreichend Trinken: Durch die Zufuhr von Flüssigkeit wird die Blase ständig gespült, was das Bakterienwachstum reduziert. Besonders Kräuter- und Früchtetees sowie stille Wasser bieten sich dazu an.
  • Cranberrysaft: Dem sauren Saft aus Cranberries wird nachgesagt, eine antibakterielle Wirkung zu besitzen. Obwohl es keinen wissenschaftlichen Nachweis für diesen Mythos gibt, hilft Cranberrysaft vielen Frauen objektiv, um einer Blasenentzündung vorzubeugen.

Pilzinfektionen in der Schwangerschaft

Infektionen mit Hefepilzen treten vor allem am Ende der Schwangerschaft im Vaginalbereich auf. Unbehandelt stehen sie im Verdacht auf das Neugeborene überzugehen und eine Frühgeburt auszulösen.

Daher sollten vaginale Hefepilzinfektionen in der Schwangerschaft immer behandelt werden. Das Mittel der Wahl ist eine lokale Therapie (Zäpfchen oder Salbe) mit einem der folgenden Wirkstoffe:

Kopfschmerzen: Welche Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Viele werdende Mütter leiden in der Schwangerschaft gehäuft unter Kopfschmerzen. Ursächlich sind wahrscheinlich ungewohnte Schlafposition durch den wachsenden Bauch sowie die Umstellung des hormonellen Haushaltes.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sollten am besten nichtmedikamentös behandelt werden. Hierzu sollten zunächst einige Tipps und Hausmittel ausprobiert werden, die Kopfschmerzen lindern können:

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Eine Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern am Tag kann der Entstehung von Kopfschmerzen vorbeugen.
  • Vermeiden von Anspannungszuständen: Durch Massagen, regelmäßige Bewegung und ausreichende Ruhephasen können spannungsbedingte Kopfschmerzen in den Griff bekommen werden.
  • Pfefferminzöl: Das ätherische Öl hat eine kühlende und entspannende Wirkung und sollte bei Kopfschmerzen sanft im Schläfenbereich einmassiert werden.

Sollten die Schmerzen sehr stark oder migräneartig sein, dürfen Sie, auch wenn Sie schwanger sind, Paracetamol oder Ibuprofen in niedriger Dosierung einnehmen. Besprechen Sie aber auch jede Medikamenteneinnahme eines nichtrezeptpflichtigen Präparates vor der Einnahme mit Ihrem behandelnden Frauenarzt.

Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten mit Acetylsalicylsäure (wie beispielsweise in Aspirin®) ist möglich, Paracetamol und Ibuprofen sollten aber bevorzugt werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) sollten Ibuprofen und andere nichtsteroidalen Antirheumatika nicht mehr eingenommen werden.

Übelkeit und Sodbrennen: Welche Medikamente helfen in der Schwangerschaft?

Besonders in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft leiden viele werdende Mütter unter teilweise sehr starker Übelkeit und Erbrechen sowie unter Sodbrennen. Dies ist Ausdruck der hormonellen Umstellung und in den meisten Fällen mit Anbruch des zweiten Schwangerschaftsdrittels überstanden.

Gegen Übelkeit und Sodbrennen in der Schwangerschaft gibt es sehr viele Hausmittel. Nicht jedes wirkt bei jeder Frau gleich gut. Probieren Sie aus, was für Sie am besten passt:

  • Hungergefühl vermeiden: Viele Schwangere leiden stärker unter Übelkeit, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt. Achten Sie daher darauf, für den kleinen Hunger immer einen Snack bereit zu haben.
  • keine großen Portionen: Um den Magen nicht zu stark zu dehnen und dadurch Sodbrennen und Übelkeit zu provozieren, verzichten Sie auf große Mahlzeiten. Essen Sie stattdessen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Vielen Frauen hilft es zudem, bereits vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen.
  • Stress vermeiden: Stress fördert Übelkeit. Achten Sie darauf, dass Sie immer genügend Zeit einplanen, wenn Sie das Haus verlassen müssen. Ruhepausen entspannen und reduzieren die Übelkeit.
  • Himbeerblätter- und Frauenmanteltee: Beide Teesorten können Schwangerschaftsübelkeit reduzieren. Achtung, zum Ende der Schwangerschaft können sie eine wehenfördernde Wirkung haben.
  • Homöopathie: Gegen Schwangerschaftsübelkeit und Sodbrennen kann das homöopathische Präparat Nux Vomica helfen.
  • Akupressur: Durch den kontinuierlichen Druck auf den sogenannten Nei-Kuan-Punkt (auch P6-Punkt genannt), können Sodbrennen und Übelkeit in der Schwangerschaft gelindert werden. Der Akupressurpunkt befindet sich auf der Beugeseite des Unterarms, zwei Querfinger unterhalb des Handgelenkes. Durch das Anlegen von sogenannten Akupressur-Armbändern kann über eine kleine Noppe kontinuierlicher Druck auf den P6-Punkt ausgeübt werden, was insbesondere zu einer Linderung von Schwangerschaftsübelkeit führen soll.

Bei sehr starker Schwangerschaftsübelkeit und mehrmaligem Erbrechen täglich kann in seltenen Fällen auch ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Wenden Sie sich an Ihren Gynäkologen, wenn Sie das Gefühl haben, nicht genügend Nährstoffe und Flüssigkeit bei sich behalten zu können. Dieser kann einschätzen, ob Sie ins Krankenhaus sollten oder Ihnen gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie mit dem zugelassenen Wirkstoff Dimenhydrinat (Vomex®) verschreiben.

Verstopfung und Blähungen in der Schwangerschaft behandeln

Durch die hormonelle Umstellung treten besonders in der Frühschwangerschaft Verdauungsstörungen wie Blähungen und Verstopfungen auf. Diese Beschwerden sind lästig, aber in aller Regel unbedenklich und sollten primär nichtmedikamentös behandelt werden.

Um einer Verstopfung vorzubeugen, können folgenden Hausmittel angewendet werden:

  • viel Bewegung
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • faser- und ballaststoffreiche Kost, wie frisches Obst und Gemüse

Blähungen treten oftmals im Zusammenhang mit dem Verzehr verschiedener Kohlsorten, aber auch bei stark gewürzten Speisen und Milchprodukten auf. Beobachten Sie, was Sie gut vertragen und was nicht und streichen Sie stark blähende Lebensmittel für die Dauer der Schwangerschaft aus Ihrem Speiseplan.

Schwanger und Durchfall: Was hilft?

In den meisten Fällen stellt Durchfall in der Schwangerschaft kein Risiko für Mutter und Kind dar. Auch infektiöser Durchfall kann wie gewohnt behandelt werden. Am besten helfen Hausmittel wie:

  • Schonkost (beispielsweise Brühe, Zwieback, Salzstangen)
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Ruhe und Entspannung

Sollte sich der Durchfall nach zwei bis drei Tagen nicht von selbst bessern, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt, um weitere Therapieoptionen zu besprechen.

Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft verboten?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft ist ein sehr kompliziertes Thema. Medikamentenstudien finden in der Schwangerschaft aus ethischen Gründen nicht oder nur sehr selten statt, um die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind nicht zu gefährden. Deshalb basieren viele Empfehlungen zur Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft auf Erfahrungswerten, die über viele Jahre gesammelt wurden.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin mit Embryotox 2008 eine Website ins Leben gerufen, die Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit herausgibt.

Hier finden Sie unter anderem eine Liste dazu, welche Medikamente in der Schwangerschaft nicht erlaubt sind und welche Arzneimittel zu Fehlgeburt führen können, aber auch Informationen darüber, welche Medikamente in den ersten Wochen der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen und kein Fehlbildungs- oder Abortrisiko haben. Weiterhin steht eine kostenfreie Hotline zur Verfügung, die telefonische Beratungen vornimmt.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 25.06.2020 – Autor: Dr. med. Lisa Wunsch

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