Therapie und Behandlung von Multipler Sklerose

Physiotherapie bei Multipler Sklerose © iStock.com/Wavebreakmedia

Die Krankheit Multiple Sklerose ist noch nicht heilbar, deshalb werden bei der Therapie vor allem die Symptome behandelt. Ziel der Therapie ist es, die Beschwerden der Betroffenen zu lindern. Dies beinhaltet, Anzeichen eines Schubs zum Verschwinden zu bringen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und Komplikationen und langfristige Einschränkungen zu vermeiden.

Die Therapie bei Multipler Sklerose basiert auf zwei Säulen: Zum einen die Schubtherapie zur Behandlung eines akuten Schubs, zum anderen die verlaufsmodifizierende Therapie, die die Anzahl und der Schwere der Schübe reduzieren soll.

Medikamente gegen MS

Wann und wieso welche Wirkstoffe und Medikamente bei MS helfen können, ist demnach unterschiedlich:

  • Die Medikamente der verlaufsmodifizierenden Therapie werden vorbeugend gegeben, um die Häufigkeit und Schwere der Schübe bei Multipler Sklerose abzuschwächen. Mit solch einer langfristigen Therapie wird die Immunabwehr unterdrückt und damit auch die der MS zugrunde liegende Autoimmunreaktion. Dazu dienen sogenannte Immunmodulatoren (Interferon, Glatiraminacetat), die in den Muskel oder unter die Haut gespritzt werden. Schreitet die Multiple Sklerose fort, werden im nächsten Schritt niedrig dosierte Zytostatika oder Immunglobuline über die Vene gegeben, die ebenfalls die Immunreaktionen eindämmen. Bei einer hochaktiven Verlaufsform oder wenn die anderen Immuntherapeutika nicht wirken, kann Fingolimod, Siponimod, Alemtuzumab oder Natalizumab gegeben werden. Neu ist außerdem die Therapieoption mit Ozanimod, welches sich aktuell in der Zulassung befindet.
  • Im akuten Schub werden zur Schubtherapie Glukokortikoide wie Kortison als Infusion gegeben. In schwereren Fällen kommen zusätzlich Blutwäsche (Plasmapherese) zum Einsatz.
  • Unspezifische Beschwerden wie Schmerzen, erhöhte Muskelspannung (Spastik), Entleerungsstörungen von Blase oder Darm und Depression werden mit entsprechenden Wirkstoffen symptomatisch behandelt.

Unterstützende Maßnahmen bei der Therapie von MS

Zur Therapie bei MS gehören auch begleitende Maßnahmen wie die Physiotherapie und Ergotherapie, um möglichst lange die Beweglichkeit zu erhalten und Komplikationen wie Nieren- oder Lungenentzündungen zu vermeiden. Unterstützend kann Betroffenen auch eine Psychotherapie helfen, um das Leben mit MS besser meistern zu können. Gegen die Spastik können auch zusätzlich Cannabinoide oder Botulimuntoxin zum Einsatz kommen.

Alternative Behandlungsmethoden wie bestimmte Ernährungsformen, Akupunktur, Homöopathie, Meditation, Entspannungsverfahren oder Kraniosakral-Therapie können begleitend zur MS-Therapie zum Einsatz kommen; der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit fehlt jedoch größtenteils.

Lesen Sie hier mehr zu Ernährung, Sport und Arbeit mit Multipler Sklerose.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
G35.-

Aktualisiert: 16.07.2020 - Autor: Dagmar Reiche; überarbeitet: Miriam Funk

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