Bleivergiftung

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  • Blei|vergiftung

  • Synonyme: Saturni(ali)smus

  • Englischer Begriff: saturnism; lead poisoning

die meist chronische, gelegentlich (z.B. durch Bleitetraäthyl) akute Vergiftung durch metallisches Blei oder durch organische Bleiverbindungen; sie kommt zustande durch Einatmen (u.a. durch „Schnüffeln“ an verbleitem Benzin) oder durch Resorption durch die Haut oder den Verdauungstrakt. Der toxische Effekt beruht v.a. auf Inaktivierung von Enzymen u. auf der nachfolgenden Störung des Porphyrinstoffwechsels, der Blutbildung u. der Gefäßnerven (Vasomotorik). Nach einem stummen Vorstadium („Bleiträgertum“ = „Präsaturnismus“; mit erhöhtem Bleigehalt des Blutes u. Zeichen der Bleianämie) treten Symptome auf Seiten des Nervensystems (Bleienzephalopathie, -lähmung), des peripheren Kreislaufs (Bleikolorit; evtl. Gangrän), des Skeletts (Gelenkschmerzen als sog. „Bleigicht“ u. Bleiosteosklerose), des Verdauungstraktes (Bleisaum, -kolik) u. der Niere (Bleischrumpfniere); schließlich kommt es zur Kachexie. – Als gewerbliche B. eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

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