Blutkreislauf 2)

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Blutkreislauf
  • 2)

  • Englischer Begriff: blood circulation (system)

als Lungenkreislauf mit dem rechten Ventrikel als Pumpe, der das venöse (CO2-beladene) Blut über die Lungenarterien dem Gasaustausch in der Lunge u. das „arterialisierte“ (O2-beladene) über die Lungenvenen dem linken Herzvorhof zuführt; s.a. Kreislauf, fetaler. – Funktionell werden auch das Hochdrucksystem u. das Niederdrucksystem unterschieden; beide Systeme sind in der Peripherie durch die Endstrombahn miteinander verbunden. Die Regulation des B. erfolgt sowohl zentral-nervös als auch peripher (s.u. Kreislaufzentrum, Kreislaufregulation). Als Kreislauf-beeinflussende Faktoren gelten des Weiteren Kontraktion der Muskulatur mit Kompression der Venen („Muskel-Venen-Pumpe“), der Saug-Druck-Pumpen-Effekt der Atmung, Verminderung des venösen Rückflusses zum Herzen sowie der Ventilebenenmechanismus; Letzterer beeinflusst die Strömungsgeschwindigkeit in den herznahen Venen. Die Aufrechterhaltung des B. kann in besonderen Fällen den zeitweil. Einsatz herzentlastender mechan. Hilfen erfordern (= „assistierte Blutzirkulation“); gebräuchliche Methoden: a) arterio-arterielle Gegenpulsation, d.h. EKG-gesteuertes systolisches Absaugen von Blut aus den kanülierten Oberschenkelarterien (A. femoralis), kombiniert mit diastolischer Reinjektion des Blutes; b) intraaortale Ballonpulsation, d.h. diastolisches Aufblasen eines retrograd hoch in den Brustteil der Aorta eingeführten Katheterballons mit nachfolgender systolischer Ballonentspannung als Mittel zur Hebung des diastolischen Blutdrucks u. damit zur Verbesserung der Durchblutung der Herzkranzgefäße sowie zur Senkung des systolischen Drucks, die – ohne Änderung des mittleren Blutdrucks – durch regulatorische Umstellung über den Karotissinus erfolgt (wird z.B. bei Hypotonie nach Myokardinfarkt u. -op. angewendet); c) Einsatz der Herz-Lungen-Maschine oder des partiellen Linksherz-Bypass bzw. des venoarteriellen Bypass (Blut wird mittels eines Katheters aus dem li. Ventrikel bzw. aus der unteren Hohlvene entnommen u. – nach Passage eines Oxygenators – in eine periphere Arterie gepumpt); der letztere Bypass wird zur Druck- u. Volumenentlastung auch als „pulsierender“ Bypass eingesetzt, d.h. in Verbindung mit einer aus dem re. Vorhof gespeisten Gegenpulsationspumpe am arteriellen Schenkel.

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