Gasödem

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  • Gas|ödem

  • Synonyme: Gasgangrän; Gasphlegmone; Gasbrand; Emphysema malignum sive septicum; malignes Ödem

  • Englischer Begriff: gas(eous) edema; gas gangrene; gas phlegmon

nicht ansteckende, auf Kriegsschauplätzen epidemische, schwere Wundinfektion mit rasch fortschreitendem Gewebstod (Nekrose) der Muskulatur durch Gasödemclostridien (Gasödemerreger). Inkubationszeit 8–48 Std. Ätiol.: Infektionswege sind (starke) Wundverschmutzung, besonders Verkehrsverletzungen mit Weichteilquetschungen; Darmverletzung (gangränöse Appendicitis, Peritonitis); artifizieller Abort; Spritzengasbrand (nach unsteriler intraglutäaler Injektion); endogene Entstehung, z.B. in durchblutungsgestörten Extremitäten; Bissverletzungen. Klinik: Das ausgeprägte Krankheitsbild ist das einer Sepsis mit Bazillämie u. Toxinämie. Pathognomonisch sind plötzlich einsetzender starker Wundschmerz, Schockpuls mit kaltem Schweiß, sichtbarer Körperverfall; sich schnell entwickelnder Ikterus deutet auf tödlichen Ausgang. Diagn.: klinisch (Bakteriologie kommt zu spät; wichtig jedoch Primärpräparate des Wundsekrets): süßlich-stinkender Geruch des Wundsekrets, mit Gasblasen vermengt; Hautverfärbung über der Wunde oft zunächst weißgelblich, später gelbgrün bis kupferrot oder auch bläulich bis schmutzig grünlich. Starker Wundschmerz („zu enger Verband“). Hautemphysem mit luftkissenartigem Gefühl nicht beweisend (Phlegmone durch Mischinfektion mit Coli-Bakterien u. anaeroben Fäulniskeimen). Typisch ist die im Röntgenbild sichtbare „Fiederung“ der Muskulatur. Ther.: breite Eröffnung der Infektionsbereiche (evtl. Amputation) mit Gasödemserum, Antibiotika (z.B. Penicillin), hyperbare Oxygenation, evtl. ergänzt durch Hämodialyse. Progn.: sehr hohe Letalität.

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