Haar

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  • Synonyme: Pilus; Crinis

  • Englischer Begriff: hair; pilus

Abbildung

das aus Horn bestehende, fadenförmige, fast universelle (an Handflächen, Fußsohlen, Streckseiten der Zehen-, Fingerendglieder fehlende) Hautanhangsgebilde; unterschieden als Langhaar (die Kopf-, Bart-, Achsel-, Schamhaare = Capilli, Barba, Hirci bzw. Pubes; beim Mann auch Brusthaar), Kurz-, Borstenhaar (Supercilia, Cilia, Vibrissae, Tragi) u. Wollhaar (Lanugo); alle mit etwa gleichem Aufbau: zentral das Haarmark (aus Epithelzellen mit eosinophilen Hornsubstanzkörnchen = Trichohyalin-Granula), umgeben von der Haarrinde (aus verhornten Zellen; enthält Pigment) u. dem Haaroberhäutchen (Cuticula pili; kernlose Epidermisschicht) sowie von Schichten der epithelialen u. bindegewebigen Haarscheide (Abb.). – Wichtige Teile sind der aus der Haut ragende Haarschaft u. die in die Unterhaut reichende, schräge Haarwurzel, deren Schichten etwa denen der Oberhaut entsprechen; das verdickte untere Wurzelende, die Haarzwiebel, sitzt einem in sie hineinragenden, gefäßhaltigen Bindegewebszapfen, der Haarpapille, auf (beide als Haarboden); die Zwiebel ist in der Anfangsphase (Anagenph.) der – zyklisch sich wiederholenden – Haarbildung zwiebelartig geschichtet infolge ständiger Neubildung von Zellen durch ihre papillennahe Schicht (Matrix), später dann geschlossen, kolbig, ganz verhornt (Kolbenhaar) u. schließlich, in der Endphase (Telogenph.), durch ein neues Haar – ausgehend von einer sich neu bildenden Haarpapille – in Richtung Follikelöffnung verdrängt. Um das Haar breitet sich eine Faser eines Hautnervs aus. Die Farbe wird bestimmt durch den Gehalt an Pigment, das v.a. durch im Bereich der Zwiebel reichlich vorhandene Melanozyten gebildet wird. Eindringen von Luft in das Mark führt zu Ergrauen (Canities). Die Haarbildung beginnt im 3. Embryonalmonat durch Epidermiseinsprossung in die Unterhaut. Die Lebensdauer beträgt ca. 3 Jahre. – Die die flaumigen Wollhaare verdrängenden Terminalhaare sind länger, stärker u. dunkler; als Kopf-, Brauenhaare, Wimpern entstehen sie bald nach der Geburt, ansonsten aber in der Pubertät unter Einfluss der Hormone. – Funktionen: Wärmeisolierung (durch Vergrößerung der Verdunstungsfläche für Schweiß auch Wärmeabgabe), Reibungsminderung u. – durch die umgebenden Nerven – Mitwirkung im Berührungssinn. Sie richten sich durch Kontraktion der Musculi arrectores – v.a. bei Erregung – auf (s.a. Cutis anserina = Gänsehaut). S.a. Tricho...

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