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Lyme-Krankheit

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  • Synonyme: L.-Borreliose

  • Englischer Begriff: Lyme disease

durch Zeckenbiss der Gattung Ixodidae übertragbare, endemische, meist im Sommer u. Herbst auftretende, vielgestaltige, in Stadien verlaufende chronische Erkrankung. 1976 erstmals in der Ortschaft Lyme (USA) beschrieben. Ätiol.: Erreger Borrelia burgdorferi, übertragen v.a. von Zecken (aber auch von anderen Insekten). Inkubationszeit einige Tage bis Wochen. Klinik: Einteilung in drei Stadien aufgrund klinischer Symptome: im Frühstadium (Stadium 1) von der Bissstelle sich ausbreitendes Initialerythem (Erythema chronicum migr.), Lymphknotenschwellungen (Lymphadenosis cutis benigna), unspezifisch begleitet von grippaler Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, ferner multiple, rezidivierende Ringerytheme, bevorzugt bei Amerikanischer Zeckenborreliose. Im Spätstadium (Stadium 2) einige Wochen bis Monate nach dem z.T. unbemerkten Zeckenbiss schubweise Arthritiden mit Arthralgien u. Skelettschmerzen v.a. der großen Gelenke, Meningopolyneuritis (Garin-Bujadoux-Bannwarth-Syndrom) mit Fazialisparese u. radikulären Schmerzen im Stichdermatom, ferner kardiale Symptome infolge Myoperikarditis, v.a. Überleitungsstörungen (Zeckenkarditis), bei der Europäischen Lyme-Borreliose häufiger neurologische Symptome, bei der Amerikanischen Lyme-Borreliose mehr Arthritiden u. Karditiden. Dauer im Mittel 6–9 Monate. Alle Manifestationen können isoliert, gemeinsam oder in wechselnder Reihenfolge auftreten. Fehlen von Symptomen: stille Feiung (etwa 10% Gesunde der Bevölkerung mit Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi). Chronisches Stadium (Stadium 3) Monate bis Jahre nach Zeckenbiss Akrodermatitis chronica atrophicans (maligne Entartung möglich: Spinaliom), ferner zirkumskripte Sklerodermie; progrediente ankylosierende Arthritis, Encephalomyelitis chronica progressiva (ähnlich einer multiplen Sklerose). Diagn.: Erregernachweis im Liquor, Punktat, Bioptat, Blut (Dunkelfeld; Giemsa, Immunhistologie); serologisch: Immunfluoreszenztest, ELISA. Ther.: je nach Stadium lang anhaltende, ausreichend dosierte Antibiotikatherapie (Doxycyclin, Erythromycin, Cephalosporine); unzureichende Behandlung des 1. Stadiums birgt Gefahr des Übergangs in chron. Stadien.

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