PNF

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  • Synonyme: Abk. für propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation; Kabat-Methode

physiotherapeutische Technik, die auf Erkenntnissen der Neurophysiologie beruht. PNF basiert auf der Förderung zentral-motorischer Aktivitäten, d.h., Muskeln werden nicht einzeln, sondern nur in Kombinationen eingesetzt, so dass Bewegungsmuster erlernt werden. Dadurch lassen sich eine Koordinierung physiologischer Bewegungsmuster, Normalisierung des Muskeltonus, eine Muskeldehnung u. -kräftigung erreichen. PNF wurde von der Physiotherapeutin M. Knott entwickelt u. basiert auf den Arbeiten des Neurophysiologen H. Kabat. Prinzip: Die Methode führt zur Bahnung von Bewegungen über die funktionelle Einheit von Nerv u. Muskel, wobei sich die Bahnung stimulieren lässt durch exterozeptive Reize (taktile, visuelle u. verbale Stimulation) u. propriozeptive Reize (Dehnung von Muskelgruppen, Gelenkstimulation durch Zug oder Druck). Grundelemente sind Pattern: komplexe Bewegungsmuster, jeweils bestehend aus drei Bewegungskomponenten (Flexion/Extension, Ab-/Adduktion, Innen-/Außenrotation); Widerstand: Therapeut setzt den Bewegungen des Pat. aktiv Widerstand entgegen; Irradiation (overflow): Überfließen der Kraft von kräftigeren auf schwache Muskelgruppen durch Summation von Reizen; sukzessive Induktion: Nach Kontraktion des Antagonisten zeigt der Agonist erhöhte Erregbarkeit. Behandlungstechniken: rhythmische Bewegungseinleitung (rhythmische Bewegung über den gesamten verfügbaren Bewegungsweg), dynamische Umkehr (kontinuierliche Bewegung gegen Widerstand abwechselnd von Agonist u. Antagonist), stabilisierende Umkehr (antagonistische Technik zur Stabilisierung verschiedener Körperstellungen), Halten-Entspannen (statische Kontraktion des Antagonisten mit folgender Entspannung u. danach Vergrößerung des Bewegungsweges aktiv oder passiv), Anspannen-Entspannen (dynamische Kontraktion des Antagonisten mit folgender Entspannung u. danach Vergrößerung des Bewegungsweges aktiv oder passiv), agonistische Umkehr (Anspannung des Agonisten mit dynamisch-konzentrischer, dynamisch-exzentrischer u. haltender Muskelarbeit), Stretch (durch Reflexauslösung übergreifender Effekt auf die vorgedehnte oder kontrahierte Muskulatur), wiederholte Kontraktionen (wiederholtes Stretchen auf dem gesamten Bewegungsweg mit dynamischer Weiterbewegung), betonte Bewegungsfolge (gezieltes Beüben eines Teils des Bewegungsablaufes unter Einsatz der Irradiation), rhythmische Stabilisation (statische Kontraktion im Wechsel Agonist/Antagonist ohne zwischenzeitliche Entspannung). Ind.: Erkrankungen des peripheren Nervensystems, des Rückenmarks oder der Gelenke, Verletzungen des Bewegungsapparates.

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