Mango – tropische Vitaminbombe

Mango © istockphoto, ValentynVolkov

Waren Mangos früher noch eine exotische Seltenheit, erhält man die süßen Tropenfrüchte heute das ganze Jahr über in jedem Supermarkt. Mit ihren bunten Farben und ihrem saftigen Fruchtfleisch bereichern Mangos nicht nur Smoothies und Desserts, sondern kommen auch beim Kochen zum Einsatz – beispielsweise in Mango-Chutney oder als Zutat in einem Thai-Curry. Aber auch der Gesundheitswert der Mangofrucht kann sich sehen lassen: Mangos sind reich an Beta-Carotin und anderen wichtigen Vitaminen. In Ihrem Herkunftsland Indien werden den Früchten sogar zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben.

Kalorien und Nährwert von Mango

Eine reife Mango schmeckt herrlich süß – daher ist es kaum überraschend, dass ihr Fruchtfleisch relativ viel Zucker enthält. Aus diesem Grund sind die Tropenfrüchte zum Abnehmen nicht geeignet. In puncto Kalorien schlagen 100 Gramm des Fruchtfleisches mit knapp 60 Kilokalorien (kcal) zu Buche.

Außerdem besitzen 100 Gramm einer frischen Mango folgende Nährwerte:

  • 0,4 Gramm Fett
  • 0,6 Gramm Eiweiß
  • 12,8 Gramm Kohlenhydrate (davon 12,5 Gramm Zucker)
  • 1,7 Gramm Ballaststoffe

Mangos bestehen zu über 80 Prozent aus Wasser. Getrockneter Mango wurde das Wasser entzogen, die restlichen Inhaltsstoffe sind entsprechend höher konzentriert. Daher weist getrocknete Mango stolze 290 Kilokalorien und 62 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm auf – davon sind 60 Gramm Zucker.

Mango – reich an gesunden Inhaltsstoffen

Trotz ihres großen Zuckeranteils sind Mangos sehr gesund. Ihren hohen Gesundheitswert verdanken sie vor allem ihrem Gehalt an Vitaminen. Denn Mangos stecken voller Vitamin C, Vitamin E und B-Vitamine, zum Beispiel Vitamin B1 und Folsäure. Diese Vitamine sind unter anderem wertvoll für das Immunsystem und helfen, die Zellen vor den negativen Folgen von Stress zu schützen.

Ganz besonders reich sind Mangos aber an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A. Dieses Vitamin spielt nicht nur für die Zellerneuerung der Haut und die Abwehrkräfte eine wichtige Rolle, sondern wird auch für den Sehvorgang benötigt – so kann ein Mangel an Vitamin A zu Nachtblindheit führen. Mit drei Gramm Beta-Carotin pro 100 Gramm des Fruchtfleisches gehören Mangos zu den carotinreichsten Obstsorten.

Außer Vitaminen liefern Mangos zudem auch wichtige Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalium, Magnesium und Kalzium.

Gesundheitliche Wirkung der Mango

Mangos sind aufgrund ihres geringen Säuregehaltes eine beliebte Zutat in Babynahrung. Zudem sind sie sehr gut verdaulich und können sogar leicht abführend und entwässernd wirken. Außerdem sollen sie den Stoffwechsel ankurbeln, appetitanregend wirken sowie Infektionen und Erkältungen vorbeugen. Auch ein positiver Effekt auf Herz und Gehirn wird Mangos nachgesagt.

Aber nicht nur der Frucht, auch den Bestandteilen der Mangobäume wird in Indien eine Heilwirkung zugeschrieben:

  • Aufgrund ihrer Gerbstoffe werden die Blüten unter anderem zur Behandlung von Durchfall und Blasenentzündungen eingesetzt.
  • Die Rinde dient dank ihres Wirkstoffs Mangiferin zur Therapie von Rheuma und Diphterie. In gemahlener Form wird sie zur Stärkung des Magens, als Mittel gegen Zahnschmerzen und sogar zum Stoppen von inneren Blutungen verwendet.
  • Das Gurgeln mit einem Sud aus Blättern und Zweigen des Baumes soll die Zähne und das Zahnfleisch pflegen.
  • Äußerlich angewendet soll der Baumsaft der Mango Hautpilzerkrankungen lindern.

Vorsicht bei Allergien

Vorsicht ist bei einer Allergie gegen Cashewkerne oder Pistazien geraten: Mangos sind aus botanischer Sicht mit den beiden Steinfrüchten verwandt, da sie zur selben Pflanzenfamilie gehören.

Auch kann es beim Verzehr von Mango zu einer Kreuzallergie mit Birkenpollen oder Beifuß kommen. Hier spielt besonders die Schale eine Rolle, da sie die meisten Allergene enthält.

Tipps zum Einkauf der Mangofrucht

Da die Saison von Mangos je nach Herkunftsland unterschiedlich ist, sind Mangofrüchte in der Regel das ganze Jahr über erhältlich. Es gibt viele verschiedene Mangosorten, die sich in Form, Farbe, Größe sowie in der Struktur des Fruchtfleisches und im Geschmack unterscheiden. Aus diesem Grund sagt die Farbe der Schale auch nichts über die Reife der Frucht aus.

Dennoch lässt sich leicht erkennen, ob eine Mangofrucht reif ist: Bereits kurz vor der Reife verströmen Mangos einen typischen süßlichen Geruch und geben bei vorsichtigem Drücken leicht nach. Ist eine Mango vollständig reif, zeigen sich auf der Schale kleine schwarze Punkte.

Beim Einkauf kann es sich lohnen, mehr Geld auszugeben, denn gute Qualität hat bei Mangos ihren Preis. Während die Früchte bei einigen Discountern faserig sind und eher fade schmecken, finden sich bei Feinkosthändlern oft hochwertige "Flugmangos", die mit dem Flugzeug importiert werden und daher länger am Baum reifen können.

Haltbarkeit und Lagerung von Mangos

Eine reife Mango sollte innerhalb von zwei Tagen verzehrt werden, bevor sie zu weich wird und zu gären anfängt. Möchte man Mangos auf Vorrat kaufen, sollte man daher zu harten, unreifen Früchten greifen. Diese können zu Hause bei Zimmertemperatur nachreifen.

Wer den Reifeprozess beschleunigen möchte, kann die Frucht in Zeitungspapier wickeln oder sie neben einen Apfel legen. Eine Lagerung im Kühlschrank verlängert aber nicht etwa die Haltbarkeit der Mango, sondern schadet der Frucht: Bei Temperaturen unter 8 °C verliert das Fruchtfleisch an Geschmack.

Verarbeitung: Mango schälen und schneiden

Zwar kann man die Schale einer Mango bei manchen Sorten mitessen – in ihren Herkunftsländern ist dies sogar oftmals üblich – doch schmeckt sie vielen Menschen einfach nicht. Wer in den Genuss des saftigen Fruchtfleisches kommen will, muss die Mango daher in der Regel erst einmal von ihrer Schale befreien und den festsitzenden Stein entfernen.

Dafür schält man die Mango nach dem Waschen am besten mit einem Sparschäler und schneidet sie der Länge nach mit zwei parallelen Schnitten jeweils seitlich des Kerns durch. Anschließend schneidet man das Fleisch des Mittelstücks vom Kern und zerkleinert die Stücke – je nach Rezept – in Streifen oder Würfel.

Ist die Frucht schon etwas reifer, kann man die ungeschälte Mango auch einfach wie oben beschrieben durchschneiden und dann entweder auslöffeln oder einen "Mango-Igel" zaubern. Dazu ritzt man das Fleisch in den beiden großen Stücken kreuzweise bis kurz vor die Schale ein, sodass ein Gittermuster entsteht. Wenn man die Mangohälfte dann umstülpt, lassen sich die Mangostücke leicht essen.

Verwendung von Mangos – nicht nur in der Küche

Mangos finden in der Küche auf vielerlei Weise Verwendung. So eignet sich die Frucht zum Beispiel für folgende Einsatzmöglichkeiten:

  • in herzhaften Gerichten (vor allem in der indischen Küche), zum Beispiel Tandoori-Hähnchen, Kokos-Curry oder als Mango-Chutney zu Gegrilltem
  • in Salat, beispielsweise mit Rucola oder Chicorée
  • in süßen Desserts wie Sorbet, Eis, Obstsalat oder Kuchen
  • haltbar gemacht als Marmelade oder Kompott
  • getrocknet als Snack oder in Müsli
  • in Getränken, zum Beispiel als Saft oder Nektar, in Cocktails, Shakes, Lassi oder Smoothies

Das Fruchtfleisch ist aber nicht alles, was eine Mango zu bieten hat. Aus den Samen der getrockneten Frucht wird Mangokernöl beziehungsweise Mangokernbutter gewonnen. Dieses Pflanzenöl wird ähnlich wie Kakaobutter beispielsweise für die Herstellung von Schokolade oder Margarine benutzt.

Das Öl eignet sich jedoch nicht nur zum Essen: Aufgrund seiner rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden und regenerierenden Wirkung kommt Mangokernöl auch in Kosmetika wie Shampoo, Lippenbalsam, Seifen oder Cremes zum Einsatz. Auch in medizinischen Salben und Cremes findet es Anwendung.

Steckbrief der Mangofrucht

Ursprünglich stammt die Mango aus Indien, wo man auf eine lange Geschichte des Mango-Anbaus zurückblickt. Bis heute ist Indien das Hauptexportland der Steinfrüchte. Doch auch in vielen anderen Ländern wird die auch als "Götterspeise" bekannte Mango angebaut, beispielsweise in Thailand oder Spanien.

Hierzulande sind nur wenige der ungefähr 1.000 Mangosorten erhältlich, die man in ihrem Heimatland kennt. Je nach Sorte ist die Mangofrucht rund, oval, herz- oder nierenförmig. Ihre feste Schale kann gelb, grün oder rot sein – das Fruchtfleisch ist häufig gelb oder orange. Abhängig von der Sorte und dem Reifegrad ist das Fleisch fest oder weich, faserig oder frei von Fasern. In der Regel ist es süß und saftig, hin und wieder leicht sauer – manche Leute erinnert der Geschmack an Pfirsich.

Im Inneren der Mango befindet sich ein flacher, meist festsitzender Kern, der bei älteren Sorten von einer ungenießbaren Faserhülle umgeben ist. In neueren Züchtungen ist diese Hülle häufig verschwunden. Mit ein wenig Geschick können Hobby-Gärtner aus dem Kern der Mango übrigens selbst einen Mangobaum züchten – auch wenn dieser im hiesigen Klima wohl eher keine Mangofrüchte tragen wird.

Aktualisiert: 19.05.2016 – Autor: Silke Hamann

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