Welche Rolle das Spurenelement Jod für unseren Körper spielt

Jodsalz © Fotografie Loban

Als wesentlicher Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist Jod für Wachstum, Entwicklung und zahlreiche Stoffwechselvorgänge unabdingbar. Das Spurenelement Jod kommt im menschlichen Körper jedoch nicht natürlich vor und muss daher über die Nahrung zugeführt werden. Etwa 70 Prozent des aufgenommenen Jods werden in der Schilddrüse verbraucht, wo Wachstum und Zellteilung gesteuert werden. Außerhalb des menschlichen Körpers wird Jod als Desinfektionsmittel oder Röntgenkontrastmittel eingesetzt.

Jod in Lebensmitteln

Jod kommt in großen Mengen in Seefisch und Meeresfrüchten vor. Außerdem steckt das Spurenelement in Milch und Eiern, sowie in allen Lebensmitteln, die bei der Zubereitung mit Jodsalz gewürzt wurden (z.B. Brot). Ein erwachsener Mensch hat einen Jod-Tagesbedarf von etwa 200 Mikrogramm, Kinder etwa 50 Mikrogramm weniger. Die Jod-Tagesdosis für Erwachsene ist beispielsweise enthalten in

  • 48 g Schellfisch
  • 76 g Seelachs
  • 104 g Scholle
  • 154 g Miesmuschel
  • 166 g Kabeljau
  • 340 g Auster
  • 380 g Heilbutt
  • 400 g Thunfisch
  • 1000 g Spinat
  • 2100 g Roggenbrot

Jodmangel erkennen

Die mangelnde Zufuhr von Jod ist weit verbreitet. Man schätzt, dass weltweit über eine Milliarde Menschen von Jodmangel betroffen sind. Je nach Jodvorkommen im Boden ist der Jodmangel regional bedingt. Äußerlich sichtbares Anzeichen eines Jodmangels ist häufig ein Kropf (Struma = vergrößerte Schilddrüse).

Besonders gravierend wirkt sich der Jodmangel bei Neugeborenen und kleinen Kindern aus. Es besteht die Gefahr von schwerwiegenden, unwiderruflichen Entwicklungsstörungen bis hin zum Kretinismus. Bei Erwachsenen kann sich ein Jodmangel in Form von verminderter Temperaturtoleranz und starken Gewichtsschwankungen äußern.

Einem Mangel an Jod vorbeugen

Um Jodmangel vorzubeugen, wurde in Deutschland 1989 die Jodsalzverordnung erlassen, welche es erlaubt, das Spurenelement Jod in geringen Mengen dem herkömmlichen Speisesalz zuzusetzen. Mittlerweile wird nach Angaben des Arbeitskreises Jodmangel in 85 Prozent der deutschen Haushalte Jodsalz verwendet.

Seitdem kommt Jodmangel in Deutschland relativ selten vor – lediglich Schwangere, Stillende, Leistungssportler oder Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion haben einen erhöhten Bedarf an Jod. Dieser sollte mit einem regelmäßigen Konsum von Milchprodukten, Seefisch, Jodsalz und gegebenenfalls auch Jodtabletten gedeckt werden.

Jod: Überdosierung selten

Eine Jod-Überdosierung oder Jodvergiftung kann durch eine normale Ernährung kaum entstehen. Einem Kilo Salz dürfen laut Gesetz nicht mehr als 25 Milligramm Jod zugesetzt werden. Eine Jod-Überdosierung entsteht daher eher durch den unsachgemäßen Konsum von Jodtabletten.

Auch Menschen mit Jodallergie können bei übermäßigem Genuss jodhaltiger Speisen oder bei der Einnahme von Jodpräparaten die Symptome einer Jod-Überdosierung aufweisen. Diese äußern sich in Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden, Brennen im Mund und Rachen und Jod-Akne.

Jod und Radioaktivität

Jod ist im Grunde ein natürliches Element und völlig harmlos. Bei einer Kernspaltung entsteht jedoch das radioaktive Jod-131 und Jod-123. Gelangen diese Isotope in den menschlichen Körper, lagern sie sich in der Schilddrüse ab und können dort erhebliche Schäden, im schlimmsten Fall sogar Schilddrüsenkrebs verursachen.

Daher werden beispielsweise bei einem Reaktorunglück Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt, in denen Jod in einer hohen Dosis enthalten ist und so die Schilddrüse schützt. Allerdings müssen die Jodtabletten vorsorglich und so schnell wie möglich eingenommen werden, denn sobald das gefährliche Jod-131 oder Jod-123 einmal in die Schilddrüse gelangt ist, kann auch die Tablette nichts mehr ausrichten.

Aktualisiert: 29.04.2016 – Autor: Kristina Klement

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