Ernährung bei Histaminintoleranz

Käse und Rotwein: bei Histaminintoleranz tabu © Daria-Yakovleva

Histamin ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Zu den Nahrungsmitteln, in denen besonders viel Histamin steckt, zählen unter anderem reifer Käse, Salami, Rotwein, Nüsse, Sauerkraut und geräuchertes Fleisch. Der Histamingehalt eines Lebensmittels ist jedoch nicht immer gleich. Denn durch Reifungs- und Gärungsprozesse kann die in den Lebensmitteln enthaltene Menge an Histamin zunehmen.

Histaminliberatoren: Tomaten und Erdbeeren

Neben Nahrungsmittel, die besonders viel Histamin enthalten, soll es auch Nahrungsmittel geben, die dafür sorgen, dass im Körper gespeichertes Histamin freigesetzt wird. Solche Lebensmittel, zu denen unter anderem Tomaten und Erdbeeren zählen, werden als Histaminliberatoren bezeichnet. Bislang konnte jedoch noch nicht sicher belegt werden, dass einige Lebensmittel beim Menschen tatsächlich diesen Effekt haben.

Schließlich sollten Betroffene auch noch Lebensmittel meiden, die andere biogene Amine enthalten. Neben Histamin zählen beispielsweise noch Serotonin, Spermin und Putrescin zu den biogenen Aminen. Durch die Aufnahme dieser Stoffe können im Körper ähnliche Symptome wie durch Histamin ausgelöst werden. Unter Umständen wird auch der Abbau von Histamin gehemmt.

Histaminintoleranz: Zubereitung von Lebensmitteln

Da der Histamingehalt von Lebensmitteln durch Reifungsprozesse steigt, sollten Lebensmittel immer möglichst frisch verzehrt werden. Die Art der Zubereitung hat keinen Einfluss auf den Histamingehalt, da Histamin hitze- und kältestabil ist. Bereiten Sie die Speisen jedoch möglichst selbst zu, dann enthalten diese auch keine versteckten Zusatzstoffe. Beachten Sie, dass es bei einigen Betroffenen durch den Verzehr von heißen Speisen zu Beschwerden kommt, da durch die Wärme Histamin ausgeschüttet wird.

Histamin, das in Flüssigkeiten enthalten ist, kann besonders gut vom Körper aufgenommen werden. Deswegen sind Getränke wie Bier oder Rotwein besonders schädlich und sollten bei einer Histaminintoleranz auf jeden Fall gemieden werden. Daneben ist es aber auch ratsam, auf Alkohol zu verzichten, da dieser die Aktivität der histaminabbauenden Enzyme hemmen kann.

Histaminintoleranz: Lebensmittelliste

Bestimmte Lebensmittel sind für Patienten mit einer Histaminintoleranz aufgrund ihres hohen Histamingehalts nicht geeignet. Während der ersten Behandlungsphase sollte auf diese Lebensmittel auf jeden Fall verzichtet werden. Ob einzelne Lebensmittel zu einem späteren Zeitpunkt in kleinen Mengen wieder verträglich sind, ist individuell verschieden.

In der folgenden Lebensmittelliste haben wir für Sie einige Nahrungsmittel zusammengetragen, auf die Sie bei einer Histaminintoleranz besser verzichten sollten. Die Liste erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einige der aufgelisteten Lebensmittel enthalten andere biogene Amine, die bei einer Histaminintoleranz ebenfalls gemieden werden sollten.

  • Fleisch: Salami, Schinken, geräuchertes Fleisch
  • Fisch: Fischkonserven, Meeresfrüchte, nicht fangfrischer Fisch, Tiefkühlfisch mit unterbrochener Kühlkette
  • Milchprodukte: Gereifte Käsesorten, laktosefreie Milch
  • Gemüse: Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocado, Sauerkraut, eingelegtes Gemüse
  • Obst: Zitrusfrüchte, Bananen, Birnen, Kiwi, Papaya, Himbeeren, Erdbeeren, rote Pflaumen
  • Eiweiß
  • Weizenprodukte
  • Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Süßigkeiten: Schokolade, Kakao, Marzipan, Nougat, Knabbergebäck, Marmelade
  • Alkohol: Rotwein, bestimmte Biersorten, Sekt
  • Getränke: Schwarzer und grüner Tee, Energy Drinks
  • Sonstiges: Nüsse (insbesondere Walnüsse und Cashewnüsse), Essig, Hefe, scharfe Gewürze, Pilze

Histaminintoleranz: Verträgliche Lebensmittel

Welche Lebensmittel Betroffene ohne Probleme essen können, ist individuell verschieden. Als kleine Anregung finden Sie nachfolgend eine Liste mit Lebensmitteln, die trotz einer Histaminintoleranz häufig gut vertragen werden.

  • Fleisch und Fisch: Frisches Fleisch und fangfrische Fischsorten
  • Obst: Äpfel, Melonen, Kirschen, Aprikosen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Mango, Litschi, Johannisbeeren, Pfirsiche
  • Gemüse: Zwiebeln, Kürbis, Radieschen, Kartoffeln, Karotten, Brokkoli, Lauch, Zucchini, Gurken, grüner Salat, Spargel, Knoblauch, Mais, Rhabarber und rote Beete.
  • Getreideprodukte: Dinkel-, Reis- und Maisnudeln, hefefreies Roggenbrot, Haferflocken, Hirse-, Mais und Reismehl
  • Milchprodukte: Quark, Joghurt, junger Käse, Frischkäse
  • Milchersatz: Reismilch, Hafermilch, Kokosmilch

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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