Beeren: So gesund sind sie!

Gesunde Beeren
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Sommerzeit bedeutet Beerenzeit: Mit einem vielfältigen Angebot locken die aromatischen Beerensorten, die pur genauso schmecken wie als Saft oder Kompott, auf dem Kuchen oder im Nachtisch. Zusätzlich liefern die ebenso gesunden wie leckeren Beeren zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Denn Beeren schmecken nicht nur gut, sondern bieten einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sowie reichlich Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit und somit die Verdauung fördern. Gleichzeitig besitzen Beeren eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane, die antiviral, antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken. Lesen Sie hier, wie gesund Beeren sind und welche Wirkung die verschiedenen Sorten haben.

Beeren: Sorten und botanische Besonderheiten

Beeren bieten eine farbenfrohe Vielfalt: Es gibt rote Beeren, schwarze Beeren, rosa Beeren, blaue Beeren, weiße Beeren und viele mehr. Auch wenn viele Früchte die Bezeichnung "Beere" im Namen tragen, entsprechen sie nicht immer der botanischen Definition für Beeren(früchte). Aus botanischer Sicht werden diese den Schließ- und Sammelfrüchten zugeordnet:

  • Die häufigste Beeren sind Schließfrüchte: Sie bleiben auch im vollreifen Zustand geschlossen und ihre Samen damit vom Fruchtfleisch umhüllt. Dazu zählen nicht nur klassische Beeren wie die Johannis-, Heidel- oder Weinbeeren, sondern zum Beispiel auch Bananen, Kiwis, Datteln, Gurken oder Kürbis. Da solche Beeren wie die letzten beiden eine harte Außenschicht besitzen, werden sie auch als Panzerbeere bezeichnet.
  • Besitzt die Blüte mehrere Fruchtknoten mit jeweils einer beerenartigen Frucht, spricht man von einer Sammelbeere – eine relative seltene Form, zu der zum Beispiel die Kermesbeeren zählen.
  • Erdbeere, Himbeeren oder Brombeeren sind dagegen botanisch keine Beeren, sondern Sammelfrüchte – genauer Sammelnuss- beziehungsweise Sammelsteinfrüchte. Ihre Samen in Form von winzigen Nüsschen oder Steinchen findet sich nicht geschützt im Innenleben der Beere, sondern außen auf dem Fruchtkörper.
  • Auch Holunder- oder Wacholderbeeren werden ihrem Namen nicht gerecht – erstere zählen zu den Steinfrüchten, letztere sind Zapfen einer immergrünen Zypressenart.

Im Handel werden verschiedene Obstarten zu dem Begriff "Beerenobst" zusammengefasst – botanisch zwar nicht ganz korrekt, doch traditionell für für alle verständlich. Ihre Gemeinsamkeit sind ihre Eigenschaften: klein und rundlich sowie relativ weich und – natürlich – essbar. Damit fallen "Gemüsebeeren" wie die Tomate nicht darunter und Obstarten wie die Erdbeere werden dazu gezählt.

5 Fakten über Himbeeren (Infografik)

5 Fakten über Himbeeren – © Jill Wellington

Inhaltsstoffe und gesunde Wirkung von Beeren

Beeren sind sehr arm am Kalorien, machen aufgrund ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen trotzdem schnell satt. Die folgende Tabelle zeigt für verschiedene Beerensorten, welche Vitamine, Mineralstoffe und anderen Inhaltsstoffe in den jeweiligen Beeren stecken. Außerdem erfahren Sie in der Liste mehr über die gesunde Wirkung der Beeren:

Beere Gesunde Inhalts­stoffe Wirkung
Erd­beere Vitamin C, Fla­vonoide, Salicyl­säure, Gerb­stoffe, Kalzium, Kalium, Eisen, Folat gegen Durch­fall, stoffwechsel­­anregend, gegen Rheuma und Gicht
Him­beere Vitamin C, Vitamin A, Rutin, Biotin, Ka­lium, Magne­sium, Eisen, Ellag­säure fieber­senkend, blut­reinigend, knochen­­bildend, Unter­­stützung bei Magen-Darm­­katarrhen, fördert die Verdauung
Stachel­beere Vitamin C, Silicium, Zitronen­­säure, Kalzium, Kalium, Magne­sium, Pektin ver­dauungs­­fördernd, ent­wäs­sernd, kräft­igend für Haare und Nägel
Johannis­beere Vitamin C, Kalzium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zitronen­säure, Pektin gegen Rheuma und Gicht, ent­giftend, anti­­bakteriell, immun­­system­­stärkend, harn­treibend
Heidel­beere Vitamin C, Vitamin E, Beta­carotin, Eisen, Kalium, Natrium, Zitronen­säure, Pektin, Quercetin, An­thocyane ent­zündungs­­hemmend, blut­bildend, gegen Durch­fall, Magen­­schmerzen und Blasen­­schwäche blutdrucksenkend
Preisel­beere Vitamin C, Vitamin A, Beta­carotin, Eisen, Magne­sium, Kalium, Natrium, Arbutin, Flavon­oide, Pektin ver­dauungs­­fördernd, cholesterin­senkend, gegen Durch­fall, Harnwegs­­infektionen, Gicht und Rheuma, antivirale, bakteri­zide und fungi­zide Wirk­stoffe
Brom­beere Eisen, Calcium, Ellag­säure, Vitamin A, Magnesium ent­giftend, krebs­­hemmend, blutdruck­­senkend, gut für Haut und Schleimhäute
Holunder­beere An­thocyane, Flavon­oide, ätherische Öle, Gerb­stoffe Schutz­­wirkung vor Er­krankungen des Herz-Kreislauf­­-Systems, der Gelenke, Augen, Haut und Nieren, Stärkungs­­mittel bei fiebrigen Er­krankungen, gegen Rheuma und Gicht
Hage­butte Vitamin C, Pektin anti­oxidativ, abwehr­­stärkend, ver­dauungs­­fördernd, entzündungs­­hemmend
Eber­esche Vitamin C, Vitamin A, Pektine, Gerb­stoffe, Sorbit Wohl­tuend für Magen und Darm, anti­oxidativ, ver­dauungs­­fördernd, ent­zündungs­­hemmend
Sand­dorn Quercetin, viel­faches reicher an Vitamin C als Zitrus­früchte An­­reicherung ver­schiedener Produkte mit Vitamin C, pharma­­zeutische Ver­wendung bei Haut­­schäden durch Ver­bren­nung und Sonnen­brand

Welche Beeren haben wann Saison?

Der folgenden Tabelle können Sie die Erntezeit verschiedener regionaler Beeren entnehmen:

Beere Erntezeit
Erd­beere Mai bis Juli
Him­beere Mai bis Au­gust
Stachel­beere Juli bis Au­gust
Johannis­beere Mai bis Juli
Heidel­beere Juni bis Au­gust
Preisel­beere Sep­­tember
Brom­beere Mai bis Juli
Holunder­beere August
Hage­butte Sep­tember bis Ok­tober
Eber­esche August bis Ok­tober
Sand­dorn ab Sep­tember

Kauf und Lagerung von Beeren: 3 goldene Regeln

Da die Beeren sehr empfindlich sind, ist eine schonende und rasche Verarbeitung wichtig. Beachten Sie folgende Regeln:

  1. Beim Einkauf ist auf pralle Früchte und trockene, glänzende Schalen zu achten, da die Beeren sehr druckempfindlich sind und nach Verletzung schnell schimmeln. Manche Beeren, etwa reife Heidelbeeren, haben einen weißlichen Schleier, der als Schutz dient und als Zeichen der Frische gilt.
  2. Zum Säubern die Früchte nur kurz in stehendes Wasser tauchen und sofort auf ein Küchenpapier zum Abtropfen geben, damit sie sich nicht mit dem Wasser vollsaugen und matschig werden oder ihr Aroma verlieren. Die Blätter und Stängel entfernt man am besten erst kurz vor dem Verzehr.
  3. Lagern Sie Beeren kühl und dunkel, etwa im Keller oder im Gemüsefach des Kühlschranks. Im Kühlschrank halten sich die frischen Beeren ein bis zwei Tage.

Übrigens: Wenn Sie Beeren selbst pflücken, achten Sie darauf, nur reife Exemplare zu nehmen. Bis auf Stachelbeeren reifen Beeren nach dem Ernten nämlich nicht nach.

Beeren richtig einfrieren

Neben ihren vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Saft, Kompott, Muffins, Fruchteis, Beeren Crumble oder als Kuchenbelag, lassen sich die Beeren auch gut einfrieren. Gleichzeitig bleiben so wertvolle Vitamine erhalten, tiefgefrorene Beeren sind also immer noch gesund. Allerdings werden sie wegen ihres hohen Wassergehalts nach dem Auftauen oft matschig und kleben aneinander.

Das kann vermieden werden, wenn sie in einzelnen Schichten (nebeneinander auf einem Brett, in einer flachen Schale oder auf Folie ausgebreitet) zuerst außen angefroren und dann erst zusammen in einen Beutel gelegt und richtig eingefroren werden. Und selbst wenn die Beeren nach dem Auftauen nicht mehr so knackig wie nach dem Ernten sind: Für bestimmte Zubereitungsarten wie Obstmus, Grütze, Marmelade, Smoothie oder Milchshake eignen sich die leckeren Früchtchen allemal.

Aktualisiert: 30.06.2021 - Autor: Dagmar Reiche

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