Ketchup

Ketchup © istockphoto, YelenaYemchuk

Wenn man den Deckel einer Ketchup-Flasche abschraubt, steigt einem der verführerische Geruch von Tomaten und Essig schnell in die Nase. Doch Vorsicht – in der roten Soße stecken nicht nur Tomaten, sondern auch jede Menge Zucker, Geschmacksverstärker und oft auch Aromastoffe, Verdickungsmittel und Konservierungsstoffe. Daher ist die Frage berechtigt, ob Ketchup ungesund oder gesund ist.

Ist Ketchup gesund?

Ketchup besteht nur zu ungefähr 70 Prozent aus Tomaten, das heißt Ketchup enthält nicht nur jede Menge Tomaten und damit den gesunden Farbstoff Lycopin, sondern auch einen hohen Anteil an Zucker. Aus diesem Grund sollte ein guter Ketchup möglichst einen geringen Zuckeranteil haben, da zu viel Zucker die Zähne schädigt und dick macht.

In einer einzigen Flasche Ketchup können sich - je nach Sorte - bis zu 45 Stück Würfelzucker verbergen. Dadurch stecken in 100 Gramm Ketchup etwa 110 Kalorien – für eine Soße ganz schön viel. Der Genuss von Ketchup ist allerdings nicht das alleinige Problem: Die größeren Bedenken gelten den Nahrungsmitteln, die zusammen mit Ketchup gegessen werden und die durch die Geschmacksverstärker umso besser schmecken: Pommes frites, Currywurst, Hamburger und Hot Dogs.

Tomate als Bestandteil von Ketchup

Abgesehen von Zucker und Aromastoffen steckt in Ketchup jedoch auch gesundes Gemüse: Nach Vorschrift muss es mindestens 25 Prozent Tomatenmark beinhalten. Dies gilt allerdings nur für Tomatenketchup. Bei anderen Varianten wie Curry- oder Gewürzketchup haben die Hersteller freie Hand.

Fruchtige Tomaten sind nicht nur vielfältig einsetzbar – sie schmecken auch köstlich. Tomaten haben einen hohen Wassergehalt, das heißt wenig Kalorien und zusätzlich viele Vitamine und Mineralstoffe. Wer täglich Tomatenprodukte isst, tut seiner Gesundheit etwas Gutes.

Verantwortlich ist in erster Linie der rote Farbstoff Lycopin, der ähnlich wie das bekanntere Betacarotin zur Gruppe der Carotinoide zählt; er gibt den Tomaten auch die intensive rote Farbe. Lycopin entfaltet im menschlichen Organismus ausgeprägte antioxidative und zellschützende Eigenschaften. Lycopin stärkt das Immunsystem, dient zur Steigerung der körpereigenen Abwehr und beugt außerdem z.B. Herzkreislauf- oder Krebserkrankungen vor.

Tomatenmark und Dosentomaten, die aus reifen Tomaten hergestellt werden, enthalten oftmals wesentlich mehr Lycopin als frische Tomaten. Der Grund: Das Lycopin wird durch das Kochen aufgeschlossen und kann so besser vom Körper aufgenommen werden.

Herkunft und Geschichte von Ketchup

Laut Lexikon ist Ketchup - der seit neuestem Ketschup heißt - eine pikante Tomatensoße zum Würzen, mit malaysisch-englischem Ursprung. In China reichte man schon um 1690 eine dunkle, gesüßte Sojasauce namens „ketsiap" zu Fisch und Geflügel. Im Gepäck der Handelsfahrer des 18. und 19. Jahrhunderts gelangte die Sauce nach Europa und Amerika. Unser heute verwendeter Ketchup hat damit allerdings keine Ähnlichkeit mehr.

Erst als die Tomate in Nordamerika heimisch wurde, entstand der Ketchup, den wir heute alle kennen: Tomaten, die mit Gewürzen verfeinert werden. Von den USA über England verbreitete sich Ketchup in ganz Europa und ist seit den fünfziger Jahren auch in Deutschland erhältlich. Die Zusammensetzung der roten Soße, die alle Kinder und auch viele Erwachsene lieben - immerhin verbrauchen die Deutschen pro Jahr mehr als drei Flaschen der würzigen Soße - unterliegt strengen Richtlinien. Heute gibt es unzählige Sorten von Ketchup, von scharf über würzig bis hin zu süßen Varianten ist alles erhältlich.

Ketchupflecken entfernen

Unbeliebt macht sich Ketchup nur, wenn er als hässlicher roter Fleck Kleidung oder Tischdecke ziert. Ketchupflecken lassen sich am besten entfernen, wenn sie noch frisch sind. Dann einfach unter fließendem Wasser mit etwas Gallseife auswaschen, gegebenenfalls mit Essig einreiben.

Eingetrocknete Ketchupflecken sind um einiges hartnäckiger und lassen sich meist nur noch mit Glyzerin oder speziellem Fleckentferner behandeln.

Rezept zum Ketchup selber machen

Am Ketchup scheiden sich die Geister: Ketchup ist Bestandteil der Fast-food-Küche, die viele Menschen aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. So verbannen die einen ihn komplett aus ihrer Küche, während er für die anderen ein "Muss" ist. Die Wahrheit liegt – wie immer – in der Mitte. Denn aus den reifen, aromatischen Tomaten lässt sich mit raffinierten Gewürzen versehen eine kleine Delikatesse herstellen. Das Grundrezept für das heutige Ketchup basiert ursprünglich auf Tomaten, Zucker, Essig, Salz, Piment und Gewürznelken. Häufig wurden auch Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und andere Gewürze verwendet. Hier ein Ketchup-Rezept:

  • Ein Kilogramm reife Tomaten waschen und in Stücke schneiden.
  • Zusammen mit 80 ml Weißweinessig, einer geschälten Zwiebel, 2-3 Knoblauchzehen, 40 g Zucker, 2 Gewürznelken, Muskatnuss, Pfeffer und Salz in einen Topf geben und eine Stunde lang "köcheln" lassen.
  • Anschließend die Masse durch ein Sieb passieren. Zurück in den Topf geben und noch einmal aufkochen lassen.
  • Sofort in ausgekochte Gläser mit Schraubverschluss oder Glasflaschen umfüllen und gut verschließen. Selbst hergestellter Ketchup ist nicht so lange haltbar wie industriell gefertigter, deshalb sollte er kühl aufbewahrt und zügig verbraucht werden.

Aktualisiert: 09.12.2011 – Autor: gesundheit.de

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