Niere im Fokus

In Deutschland leben derzeit über 50.000 Menschen, die sich einer intensiven Nierenersatztherapie (Dialyse) unterziehen müssen, um zu überleben. Eine Dialysebehandlung kann aber nur teilweise die komplexe Funktion der Nieren übernehmen. Neben dem zeitlichen Aufwand (dreimal wöchentlich vier bis fünf Stunden in einer Klinik oder einem Dialysezentrum an einem Dialysegerät oder viermal täglich Dialysesitzungen zuhause bei der Bauchfelldialyse) müssen die Patienten eine strenge Diät einhalten und dürfen auch nur sehr eingeschränkt Flüssigkeiten trinken.

Chronisches Nierenversagen und Diabetes mellitus

Die wichtigste Ursache des chronischen Nierenversagens ist der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). In Deutschland leben etwa vier Millionen Diabetiker sowie zusätzlich schätzungsweise zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, der noch nicht diagnostiziert ist. Durch dauerhaft hohen Blutzucker können im Laufe der Zeit die Nieren ernsthaft geschädigt werden. Nierenkranke und Diabetiker leiden zudem überproportional häufig an Bluthochdruck (arterieller Hypertonie), der ebenfalls, über Jahre schlecht oder gar nicht therapiert, zu einer deutlichen Einschränkung der Nierenfunktion führen kann. Ein einfacher Test, die Überprüfung des Urins auf Eiweiß, zeigt eine frühe Beeinträchtigung der Nieren durch die beiden Erkrankungen an. Die Eiweißausscheidung im Urin sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Stille Gefahr: Bluthochdruck

Der Bluthochdruck spielt ebenfalls eine überaus wichtige Rolle auch bei den meisten anderen Nierenerkrankungen. Viele Patienten wissen gar nicht um ihren Bluthochdruck. Ähnlich ist es bei der Zuckerkrankheit, auch hier ist die Erkrankung oft nicht bekannt. Deshalb ist auf die besondere Bedeutung von regelmäßigen Blutdruckmessungen und bei erhöhten Werten einer automatischen 24-Stunden-Bludruckmessung zur Aufzeichnung auch nächtlicher und frühmorgendlicher Blutdruckspitzen hinzuweisen.

Neben nicht medikamentösen Maßnahmen wie Gewichtsabnahme, regelmäßigem Ausdauersport, Verminderung des Alkoholkonsums und Nikotinverzicht kommt es gerade beim Diabetiker auf die richtige Wahl des Hochdruckmittels an; dann können das Auftreten von Schäden an den Nieren oder deren Fortschreiten verhindert werden. Eine rechtzeitige Erkennung und optimale Behandlung des Diabetes und insbesondere der arteriellen Hypertonie kann also viel Leid der Patienten und hohe Kosten für die Gesellschaft vermeiden.

Aktualisiert: 06.12.2013

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