Vorsicht Freizeititis!

Immer wieder krank genau in der Freizeit - eigentlich nicht zu glauben. Tatsache ist jedoch, dass es tatsächlich eine Freizeit-Krankheit gibt und die Betroffenen sichtlich darunter zu leiden haben. Für gestresste und beruflich überlastete Personen ist der Urlaub zum Entspannen sowie zum körperlichen und seelischen Regenerieren wichtig. Es gibt jedoch Menschen, die gerade dann krank werden, wenn die beruflichen Belastungen nachlassen und der Urlaub beginnt. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als "Leisure Sickness" oder Freizeit-Krankheit. Neu ist diese Erkrankung jedoch nicht, und vor allem: Man kann etwas dagegen tun!

Mit dem Urlaub kommt die Krankheit

"Leisure-Sickness" - davon sind etwa drei Prozent der Bevölkerung betroffen. Sie leiden unter grippalen Infekten, Erkältungen, Abgeschlagenheit oder Schmerzen. In den meisten Fällen fällt dabei der Zeitpunkt der Erkrankung genau auf den Beginn der ersten Urlaubswoche. Statt die Erholungszeit genießen zu können, klagen viele Menschen also ausgerechnet dann über Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Energieverlust oder Erkältungen. Woran liegt das?

Warum es stresst wenn der Stress nachlässt

Menschen, die in der Freizeit häufig erkranken, sind erstaunlicherweise nicht diejenigen, die besonderes ungesund leben oder aber besonders harte Jobs haben. Anders als zunächst vermutet, spielt es - einer Studie nach - auch keine Rolle, ob die Freizeitkranken viel Kaffee, Alkohol oder Zigaretten konsumieren. Betroffen sind überwiegend Menschen, die in ihrer Freizeit geistig nicht so gut abschalten können, als Menschen, die ihre Freizeit geniessen. Das bedeutet, dass die Freizeit-Kranken mit einem Bein immer bei der Arbeit bleiben und sich deshalb schlechter bzw. ungenügend vom Stress lösen können. Dadurch können sie in den Mußestunden ihre Spannungen nicht ausreichend abbauen. Wenn Menschen aber ständig in einer Daueranspannung leben - womöglich sogar jahrelang - gewöhnt sich der Körper mit der Zeit an diesen Zustand. Und nun wird umgekehrt jede Ruhephase zum Stress. Geht es dann in den Urlaub, kommt dazu, dass eine Reise – womöglich mit Kindern und auf überfüllten Reiserouten - noch weitere Anstrengungen mit sich bringt. Der zusätzliche Stress mit der Reise ist dann zuviel fürs Immunsystem. Der Mensch wird krank.

Was tun gegen Freizeititis?

Die "Leisure Sickness" betrifft vor allem Menschen, die

  • nicht Nein sagen können
  • sich für alles verantwortlich fühlen und
  • sehr hohe Ansprüche an sich selber stellen.

Eine gute Empfehlung gegen diese Freizeit-Erkrankungen anzugehen ist es deshalb, umzudenken, sozusagen eine neue Sichtweise für sein Leben zu gewinnen. Die Arbeit soll wichtig sein, aber nicht wichtiger als Freizeit, Familie und Erholung. Außerdem sollte man den Übergang von der Arbeit zur Freizeit aktiv, also zum Beispiel mit Sport, gestalten.

Immunsystem stärken

Ein wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang auch die Stärkung des Immunsystems. Dazu gehören in erster Linie viel Bewegung an frischer Luft sowie eine gesunde, vitaminreiche Ernährung. Mit einem intakten Immunsystem kann der Körper sich besser auf die unterschiedlichen Stress-Situationen einstellen und Krankheitserreger können besser abgewehrt werden. So kann man dann die passende Antwort geben, wenn wieder mal die Freizeit ruft.

Tipps gegen die Freizeit-Krankheit

  • Stressmanagement evtl. plus Entspannungsmethoden
  • Ganz wichtig: eine eigene Freizeitkultur aufbauen
  • Umdenken! Der persönliche Umgang mit dem Alltag ist für eine gesunde Lebensbalance wichtig - Erholung ist wichtiger als Arbeits-Stress
  • Weg der kleinen Schritte: Nicht gleich neuen Stress aufbauen
  • Urlaubsreisen: Erholsam anreisen (Pausen!)

Aktualisiert: 07.11.2013

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