Cerealien

Cerealien: Cornflakes mit Beeren © pixabay, silviarita

Knusprige Flakes und Pops schmecken Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Doch Cerealien sind bei weitem nicht so gesund wie die Werbung verspricht. In einem Ratequiz ging es neulich um die Frage: Welches Frühstück ist am gesündesten? Eier mit Speck, Vollkornbrot mit Käse und Wurst, Müsli oder Kaffee und Zigarette? Von den vier Kandidaten hatten immerhin zwei die richtige Antwort parat: das Müsli. Eine Frage bleibt allerdings ungeklärt. Was verstehen die Kandidaten unter Müsli? Und: Gehören sogenannte Cerealien wie Flakes, Pops oder Loops auch zu den gesunden Frühstücksvarianten?

Was knuspert denn da?

Gerade für Kinder, aber auch jene, die es in den 70-er oder 80-er Jahren waren, zählen die gepufften und gerösteten Getreideerzeugnisse zu den beliebtesten Frühstücksformen. Denn sie sind schnell zubereitet und knuspern lecker. Und als gesund gelten sie auch: Immerhin steckt Getreide darin, verzehrt werden sie mit kalziumreicher Milch und reichlich Vitamine liefern sie auch – damit werben die Produkte. Das ist aber auch schon alles, was für die Cerealien spricht.

Die Liste der negativen Eigenschaften ist dagegen deutlich länger. Zunächst einmal gehören Flakes und Co. Zu den am meisten bearbeiteten Lebensmitteln überhaupt. Das heißt, das Produkt hat mit den Rohstoffen aus denen es hergestellt wird, nur noch wenig gemein. Deutlich wird dies, wenn man sich vor Augen führt, dass die meisten der knusprigen Leckereien nur zu 40 bis 70 Prozent aus Getreide bestehen.

Für den Geschmack sorgen Aromen, teils auch quietschbunt aussehende Farbstoffe. Und die enthaltenen Vitamine stammen nicht etwa aus Mais, Reis oder Hafer – sie werden in Pulverform zugesetzt. Das macht sie zwar nicht unbedingt schlechter als andere Vitamine, natürlich ist ihr Zusatz jedoch nicht. Im Gegenteil, häufig ist er sogar so hoch dosiert, dass ein Kind durch ein Schüsselchen Flakes am Morgen schon zu drei Vierteln mit verschiedenen Vitaminen versorgt ist. Nötig ist dies sicherlich nicht, wenn über den Tag abwechslungsreich gegessen wird.

Hoher Zuckergehalt ist problematisch

Das Hauptproblem bei den Cerealien ist allerdings der hohe Zuckergehalt, der sich auf der Zutatenliste häufig hinter der Bezeichnung Glukosesirup versteckt. Bis zu 45 Prozent purer Zucker stecken in den Knusperpops. Bei einer kleinen Portion – und klein ist die normalerweise angegebene Portionsmenge von 30 Gramm – entspricht dies etwa fünf Stück Würfelzucker. Ein hungriger Esser ist schnell bei der doppelten Menge.

Recht wenig Zucker enthalten die normalen Cornflakes mit etwa einem Würfelzucker pro Portion, der Gehalt in allen übrigen Cerealien liegt irgendwo dazwischen. Der Anteil an echtem Honig ist übrigens, selbst wenn er im Namen genannt oder auf der Packung abgebildet ist, in der Regel sehr gering. Mehr als ein bis zwei Prozent sind in herkömmlichen Produkten nicht enthalten. Bei Pops aus dem Naturkostladen fällt die Bilanz etwas besser aus.

Aktualisiert: 13.02.2017

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